Umweltkatastrophe trifft auf labile Wirtschaftslage

27. Dezember 2004, 21:29
4 Postings

Die Bedeutung des Tourismus in Südostasien ist in den letzten 20 Jahren stark angestiegen - Mittlerweile gehört die Region insgesamt zu den größten Tourismusdestinationen der Welt

Die Schwellenländer Südostasiens haben mehr als ein Jahrzehnt starken Wirtschaftswachstums hinter sich. Nach einer scharfen Krise und samt wirtschaftlicher Stagnation regte sich in den letzten Monaten wieder Hoffnung.

Ursache der Krise Ende der 90er-Jahre waren spekulativen Kapitalzuflüsse. Der schnelle Abzug internationalen Kapitals ab 1997 warf die Region zurück. Erst in diesem Jahr wieder zeigte die Rückkehr ausländischer Investoren auf die Börsenplätze in der Region - Singapur, Thailand, Indonesien, Malaysia und die Philippinen ein wiedererstarktes Interesse und einen Glauben daran, nach dem Vorbild von Industrieländern Nordostasien über eine exportgestützte Industrialisierung nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu erreichen sei. Diese Aufholjagd scheint nun wieder massiv gefährdet. In den von der seinerzeitigen Wirtschaftskrise stärksten betroffenen Ländern wie Thailand oder Indonesien ist der Lebensstandard in den letzten Jahren stark gesunken, im Fall Thailands 30 Prozent.

In fast allen Ländern spielt der Tourismus eine immer wichtigere Rolle. Allein heuer wuchs laut Welttourismusorganisation der Tourismus in der Region Asien/Pazifik um 37 Prozent. Thailand und Malaysia sind zu den weltweit wichtigsten Incoming-Tourismusorten aufgestiegen, die jährlich rund zehn Mio. Touristen aus Nordamerika und Europa aufnehmen. Dabei hinken die Einnahmen aus dem Tourismus jedoch Europa und den USA nach. Die jährlichen Einnahmen werden von der Welttourismusorganisation mit fünf bis zehn Mrd. Dollar (3,7 bis 7,5 Mrd. Euro) angegeben. Im Vergleich: Die Einnahmen Europas betragen über 20 Mrd. Dollar. Laut Statistik Austria urlauben jährlich rund 88.300 Österreicher in Asien, davon 24.600 in Thailand und 7500 auf den Malediven.

  • Sri Lanka

    Das Urlaubsparadies Swar fast zwei Jahrzehnte lang vom Krieg zwischen Armee und Tamilenrebellen überschattet. Außer Tourismus und Textilexporten bringen Tee, Kokosnüsse und Kautschuk Devisen.

  • Malediven

    Mit ihren schneeweißen Sandstrände und gelten die Malediven als Touristenparadies. Über die dunkle Seite der Malediven erfahren die abgeschotteten Urlauber meist nichts. Menschenrechtler verurteilen das Land als Polizei- und Folterstaat. Für die Urlauber sind 80 vom Rest des streng muslimischen Landes isolierte Inseln reserviert. Die Zahl der Reisenden stieg von 195.000 im Jahr 1990 auf über eine halbe Million 2003.

  • Thailand

    zieht mit seinen Stränden im Osten und Westen sowie historischen Tempelanlagen Besucher aus aller Welt an. Etwa 90 Prozent der 63 Millionen Thailänder sind Buddhisten. Es gibt ein deutliches Einkommensgefälle zwischen Stadt und Land - in ländlichen Regionen leben zahlreiche Menschen unter der Armutsgrenze.

  • Indonesien

    Schätzungsweise 210 Mio. Menschen leben auf den 13.677 Inseln. Mit einem Anteil von über 80 Prozent leben in keinem Land der Welt mehr Muslime als in Indonesien.

  • Malaysia

    Neben einer hoch entwickelten Automobil- und Hightechindustrie ist der Tourismus von Bedeutung. (APA, ruz, Der Standard, Printausgabe, 27.12.2004)

  • Spendenkonto der Diakonie Auslandshilfe: PSK: 23.13.300. (BLZ 60.000) Kennwort: Flutkatastrophe
    Share if you care.