Schmerzlich vermisste Deutsche

31. Dezember 2004, 13:28
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Die Krise im deutschen Team wirkt sich nachteilig auf Zuschauerinteresse und Fernsehgelder aus

Oberstdorf - "Die Tournee ist wieder in der Normalität angekommen. Die Lage ist nicht katastrophal, aber es ist bei Weitem nicht so gut wie in den vergangenen Jahren", sagt Pressechef Klaus Taglauer. "Die Tournee war in der Öffentlichkeit immer auf den beiden deutschen Helden aufgebaut, und jetzt spüren wir die Konsequenzen." Neben dem schleppenden Verkauf der Eintrittskarten müssen die vier Veranstaltungsorte mit einem abgespeckten Etat auskommen. Der teuerste 30-Sekunden-Werbespot im TV kostet knapp 38.000 Euro. Vor drei Jahren waren es bei Hannawalds legendärem Vierfachtriumph noch 60.000 Euro. Immerhin halten die sechs Großsponsoren der Tournee die Stange - noch.

"Die Realität ist düster. Wir brauchen dringend deutsche Erfolge, weil die meisten großen Geldgeber des Sports aus Deutschland kommen", meint Jens Weißflog. Als wesentliche Neuerung wird daher die Einführung von zwei Nachtspringen präsentiert, eines in Oberstdorf, das andere in Bischofshofen. Wobei der Begriff "Nacht" nicht so eng genommen werden darf, die Konkurrenzen beginnen jeweils um 16:30 Uhr, "Flutlicht" ist der präzisere Ausdruck. Es war der ausdrückliche Wunsch des Fernsehens, um einen deutlichen Abfall der Quoten zu verhindern. Speziell der Auftakt leidet unter der Krise im deutschen Team, Martin Schmitt ist außer Form, Sven Hannawald leidet am Burn-out-Syndom.

Hannawald wird als gewöhnlicher Fan dabei sein. Am 28. Februar beendete der sensible Olympiasieger mit dem 47. Platz in Salt Lake City vorzeitig die Saison. Zwei Monate später wurde er in die Klinik eingeliefert und wird dort seitdem behandelt. Gesprungen ist er nicht mehr. "Ich würde gern zurückkommen, schließlich war Skispringen mein Leben ", sagt Hannawald: "Mal sehen, wie ich mit den vielen Leuten und dem Stress zurechtkomme." (red)

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