Zahlreiche Guantanamo-Häftlinge berichten über Misshandlung

30. Dezember 2004, 10:24
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Gefangenen mussten angeblich nackt vor Polizisten posieren

Washington - Mindestens zehn derzeitige oder frühere Häftlinge des US-Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba haben sich laut einem Medienbericht über schwere Misshandlungen beschwert. Die Männer seien nach eigenen Angaben in Verhören geschlagen und am Boden gefesselt worden, wie die "Washington Post" am Samstag auf ihrer Internet-Seite berichtete.

Die US-Zeitung beruft sich dabei auf Aussagen von Gefangenen nach ihrer Freilassung und auf Gerichtsakten. Die Häftlinge gaben demnach an, großer Kälte und großer Hitze ausgesetzt worden zu sein. Sie sollten dadurch zu einem Geständnis gebracht werden, den radikalislamistischen Taliban oder der Terrororganisation El Kaida anzugehören, hieß es.

Außerdem hätten Gefangene nackt vor Militärpolizisten paradieren müssen, während sie von diesen fotografiert wurden. Eine Gruppe freigelassener britischer Häftlinge gab dem Bericht zufolge an, eine Reihe jüngerer Gefangener habe ihnen berichtet, in abgetrennten Sektionen des Lagers vergewaltigt worden zu sein. Ein Algerier habe demnach ein Video ansehen müssen, das zwei Gefangene beim Geschlechtsverkehr zeigte; dann sei ihm gedroht worden, er werde Ähnliches erleben.

Am vergangenen Montag hatte eine US-Menschenrechtsorganisation Dokumente der US-Bundespolizei FBI veröffentlicht, in denen Beamte von schweren Misshandlungen von Gefangenen berichten. (APA)

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