Rund 23.000 Prüfanträge auf DDR-Stasi-Tätigkeit gestellt

27. Dezember 2004, 10:33
posten

Frist für Routineuntersuchungen von Beamten läuft 2006 ab

München - Bei der deutschen Stasi-Unterlagen-Behörde sind nach einem Bericht des Münchner Nachrichtenmagazins "Focus" in diesem Jahr bis September etwa 23.000 Anträge zur Stasi-Überprüfung von Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes aus den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eingegangen. Damit habe sich die Zahl dieser Routineuntersuchungen im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht, schreibt das Blatt in seiner neuen Ausgabe.

Die Frist für die Regelüberprüfung endet 2006. "Arbeitsrechtliche Maßnahmen gegen einstige Stasi-Mitarbeiter im öffentlichen Dienst können nur noch bis Ende 2006 eingeleitet werden", erläuterte der Sprecher der Stasi-Unterlagen-Behörde, Christian Booß. Insgesamt rechnet die Behörde mit etwa 100.000 Anträgen aus den drei ostdeutschen Bundesländern.

Rosenholz-Dateien

Anlass der neuerlichen Überprüfungen ist im Wesentlichen die Rückkehr der so genannten Rosenholz-Dateien. Die Mitarbeiterkartei der DDR-Auslandsspionage war nach dem Ende der Deutschen Demokratischen Republik in die Hände des US-Geheimdienstes CIA gelangt und im vergangenen Jahr an Deutschland zurückgegeben worden. In Sachsen etwa werden jetzt auch die Lehrer auf Grundlage der Rosenholz-Dateien nochmals überprüft. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Anträge zur Stasi-Überprüfung von Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes verdreifacht.

Share if you care.