"Jahrhundertereignis": Schnee in Texas

28. Dezember 2004, 19:51
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"Monster-Schneesturm" in Nordamerika fordert mindestens 20 Tote - Hunderttausende Haushalte ohne Strom, zahlreiche Flughäfen sind gesperrt

Washington/Hamburg - Schnee in Texas: Erstmals seit 1918 bescherten die Wetterkapriolen in den USA den Städten in der Nähe des Golfs von Mexiko eine weiße Weihnacht. In Brownsville in Texas habe es mit knapp zwei Zentimetern erstmals seit 1895 eine Schneedecke gegeben, berichtete die Tageszeitung "Victoria Advocate" am Sonntag.

Das Blatt zitiert den Meteorologen Michael Gittinger: "Der Schnee in diesem Gebiet war möglicherweise ein Jahrhundertereignis. Das wird sich zu Lebzeiten nicht wiederholen. Und dass es genau am Weihnachtstag passierte, werden Sie nie wieder erleben."

Die Menschen im ganzen Süden von Texas seien so überwältigt von der weißen Pracht gewesen, dass sie noch vor dem Auspacken der Weihnachtsgeschenke Schneemänner gebaut und Schneeballschlachten gemacht hätten, schreibt das Blatt weiter. Kinder hätten mit Vorliebe die "Schnee-Eiscreme" probiert. Vor jedem dritten Haus sei am Ende ein "Monument aus Schnee" gestanden. Einwohner berichteten, dass stellenweise bis zu 20 Zentimeter Neuschnee gefallen seien.

"Monster-Schneesturm" in Nordamerika

Die Zahl der Toten durch den "Monster-Schneesturm" im Mittleren Westen der USA und Teilen Kanadas ist nach einem Bericht des US-Senders NBC auf 20 gestiegen. Mancherorts ist bereits mit den Aufräumarbeiten begonnen worden. Bei heftigem Schneefall und vereisten Straßen waren tausende Autofahrer stecken geblieben, berichtete der Sender am Samstag. Auf den betroffenen Flughäfen kam es zu erheblichen Verspätungen.

Viele Flüge wurden gestrichen - und das an einem Wochenende, an dem mit 62 Millionen Reisenden gerechnet wurde. Betroffen von dem Schneechaos waren vor allem die Bundesstaaten Indiana, Missouri, Kentucky und Ohio. Teile von Arkansas erleben erst die neunte weiße Weihnacht in 120 Jahren.

Der Sturm war kurz vor Weihnachten über die Regionen hereingebrochen. Mehr als 100.000 Menschen waren bei Temperaturen von unter minus 10 Grad Celsius ohne Strom. Den Rekord beim Jahrhundertschneefall hält nach Angaben der Meteorologen die Stadt Liberty im US-Bundesstaat Indiana mit 50 Zentimetern. (APA/dpa)

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    Winterbedingter Stau auf der Interstate 465 in der Nähe von Indianapolis.

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    Das letzte Mal hat es in Texas 1918 geschneit.
    Im Bild: Corpus Christi

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