Fall Binali I.: Familie sieht sich schikaniert

27. Dezember 2004, 21:20
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Bruder des Getöteten wurde festgenommen - Mit dem Verdacht, er habe ein Mordkomplott gegen einen Polizisten geplant

Wien - Anfang Dezember endete der Prozess um den Tod von Binali I. mit einem (nicht rechtskräftigen) Freispruch für jenen Polizisten, der den 29-Jährigen im August 2002 in der Wiener Innenstadt erschossen hat. Jetzt wurde kurzfBruder des Getöteten festgenommen - mit dem Verdacht, er habe ein Mordkomplott gegen den Polizisten geplantristig der . Nach wenigen Stunden wurde der Mann wieder freigelassen.

"Äußerst irritierend" ist für den Wiener Rechtsanwalt Richard Soyer die Festnahme seines Mandanten. Der sei offenbar von einem Informanten angeschwärzt worden, am Mittwochabend nahmen ihn Kriminalisten in seinem Lokal in Wien-Ottakring fest. "Die Beamten haben aber rasch und effektiv gearbeitet, die Vorwürfe haben sich rasch als haltlos herausgestellt", führt Soyer aus. Dennoch werde man sich den Vorgang "sehr genau anschauen".

"Schikane"

Die Schwester des Betroffenen ist über die Verhaftung empört. Sie empfindet die Angelegenheit als "Schikane, die sehr schlimm ist". Die Familie habe sich nach dem Tod von Binali I. "zwei Jahre lang in Geduld geübt, wir werden auch weiter den Ausgang des Verfahrens abwarten. Zu illegalen Mitteln wird aber keiner von uns greifen", betont sie.

Bei der Wiener Polizei bestätigt man die kurzfristige Festnahme des Mannes. "Es gab die Information, dass ein Anschlag geplant ist. Innerhalb kurzer Zeit hat sich der Verdacht aber zerschlagen", erklärt Hannes Scherz von der Kriminaldirektion 1. (moe/DER STANDARD, Printausgabe, 24./25./26.12.2004)

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