Vor Christbaum und Fernseher

28. Dezember 2004, 15:46
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Weihnachten ohne Christbaum und Geschenke ist für die Österreicher unvorstellbar - Religion spielt kaum eine Rolle, Fernsehen schon - Mit Infografik

Wien - Die Österreicher wollen zu Weihnachten weder auf den Christbaum, noch auf den Fernseher verzichten. Die besinnlich-religiöse Seite der stillsten Zeit im Jahr steht aber nur noch für sieben Prozent der Menschen hier zu Lande im Vordergrund.

Derartige Umfrageergebnisse bescheren derzeit die heimischen Marktforschungsinstitute in großer Zahl.

Ein Linzer Institut (market) erhob, dass man sich einen Christbaum wünscht. Rund Dreiviertel der Österreicher können sich ein Fest ohne ihn nicht vorstellen, dazu sehnt man sich nach einer besinnlichen und kinderfreundlichen Feier (knapp mehr als die Hälfte der 500 Befragten). Besuche von Verwandten und Freunden, Harmonie und Ruhe möchten die Österreicher zu den Feiertagen auch genießen.

Weihnachten verliert zunehmend seinen sinnlich-religiösen Charakter, wenn man eine andere Umfrage anschaut. Vor vier Jahren sagten dem Institut OGM noch elf Prozent der Befragten, dass ihnen Religiosität um die Weihnachtstage wichtiger sei als die Jagd nach Geschenken. Heuer bekennen sich nur noch sieben Prozent dazu. Vier von zehn Österreichern sehen den 24. Dezember als Fest der Familie. Jeder zweite allerdings sieht das Fest mehr als willkommene Zeit zur Erholung und Freizeitgestaltung.

Den Traum von einer verschneiten Winterlandschaft um diese Jahreszeit äußert ebenfalls die Hälfte der Befragten - allein nach den Prognosen der Wetterexperten für die kommenden Tage wird es in Teilen des Landes ein solcher bleiben. Tauwetter ist angesagt.

Lust auf Serien und Shows

Allerdings scheint es so, dass vielen dabei doch langweilig werden könnte. Die Frage "Würden Sie zu Weihnachten gerne aufs Fernsehen verzichten?" beantworten 64 Prozent der Befragten mit Nein. Allerdings bedeutet das nicht, dass die Menschen deswegen zu Weihnachten mehr Zeit vor dem Fernsehapparat verbringen als sonst auch. Der Konsum von Serien, Shows oder Nachrichtensendungen steigt zu Weihnachten nicht, behaupten 84 Prozent von 5000 in Europa Befragten. Im europaweiten Vergleich, den der Kabelbetreiber UPC erhoben hat, heißt es, dass Slowaken und Tschechen ein erhöhtes Fernsehbedürfnis haben. In Frankreich ist es umgekehrt. Da können sich zwei Drittel der Befragten vorstellen, auf den Fernsehen um diese Zeit zu verzichten.

Eines scheint in Österreich trotz Internet und E-Mail erhalten zu bleiben: Man sendet einander Weihnachtsgrüße per Post. 6,5 Millionen Briefe, Karten und Pakete haben die 1200 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beispielsweise am 21. Dezember im Briefzentrum Wien verteilt - Rekord. Dazu trugen die Postler 360 Tonnen an Prospekten und Zeitschriften aus. (aw/DER STANDARD, Printausgabe, 24./25./26.12.2004)

  • Christbaumschmuck im Wandel
    grafik: standard

    Christbaumschmuck im Wandel

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