Kommentar: Kinderfreundlich

23. Dezember 2004, 19:29
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Alle am Abtreibungsstreit beteiligte Institutionen lassen es an Energie fehlen, Frauen mögliche Alternativen zur Abtreibung anzubieten, meint RAU

Katholische Fundamentalisten drohen mit Abspaltung von der ÖVP und Gründung einer eigenen Partei, weil sich die Volkspartei ihrer Ansicht nach nicht massiv genug gegen die Abtreibung einsetzt.
Einzig "richtig" daran ist nur, dass praktisch alle beteiligten Institutionen, nicht nur eine politische Partei, es an Energie fehlen lassen, den Frauen mögliche Alternativen zur Abtreibung aufzuzeigen und anzubieten. Eine Rückkehr zur "Vor-Fristenlösung" wäre falsch, aber an den "flankierenden Maßnahmen" - Aufklärung, Beistand - fehlt es noch immer.

Wichtig aber, dass Kardinal Schönborn jetzt die agitatorischen Umtriebe der Fundamentalisten im Zusammenhang mit der Debatte um Abtreibungen in den Salzburger Landeskrankenhäusern abgelehnt hat - und dabei auch die "viel grundsätzlichere Frage" ansprach: "Sind Kinder in diesem Land willkommen?" Wie gehe es zum Beispiel "einer Mutter mit drei Kindern, die in eine Straßenbahn in Wien einsteigt? Was muss die für Kommentare hören?" Nicht so freundliche, wie jemand mit einem süßen Hunderl, kann man hinzufügen. Der Kardinal schlägt einen "runden Tisch der Besonnenen" in der Abtreibungsfrage vor. Das sollte man näher prüfen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.12. 2004)

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