Philips entlässt weitere Mitarbeiter am Standort Wien

26. Dezember 2004, 22:40
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Philips lagert seine Audio- und Videoentwicklung nach Asien aus, die Abteilung in Wien wird aufgelöst

Wien – Der neue Philips-Österreich-Chef Peter Kamm hält seine auf der diesjährigen Bilanzpressekonferenz im Juni getroffene Ankündigung, bis Jahresende werde das Unternehmen 2000 Mitarbeiter haben (und damit einen seit 2002 um die Hälfte reduzierten Mitarbeiterstand, Anm.), so gut wie ein. Erreicht wird das einerseits durch die bereits erfolgte Schließung des Werks zur Beamerproduktion in Wien (120 Beschäftigte), andererseits durch das sukzessive Auflösen der Entwicklungsabteilung für Audio- und Videoprodukte (130 Mitarbeiter) – und damit nicht durch "natürliche Fluktuation", wie es ursprünglich geheißen hatte.

Verlagerung nach Asien

"Der ganze Audio-/Videobereich wird auf Asien konzentriert", bestätigt Unternehmenssprecherin Beate McGuinn die personellen "Änderungen" gegenüber dem Standard. Die MP3-, CD- und HD-Technologie sei so weit fortgeschritten, dass es keine revolutionären Entwicklungen mehr gebe, Feinadjustierungen in diesem Bereich würden künftig in Singapur erfolgen.

Von den betroffenen 130 Mitarbeitern der Wiener Entwicklungsabteilung würden aber 25 bereits zum 1. Jänner 2005 in einem Start-up-Unternehmen namens Model Shop Vienna neu beginnen, versucht die Pressesprecherin zu beruhigen. Dieses werde sowohl für Philips als auch für Drittunternehmen technische Prototypen für die Bereiche Elektronik, Haushalt, Automobil, Kunststoff etc. entwickeln. Die restlichen 105 Beschäftigten würden noch bis Ende des ersten Quartals 2005 auf der Philips-Payroll stehen.

Interne Jobbörse

Über das New Placement Programm des Unternehmens sowie die Gründung weiterer Start-ups hoffe man, für diese Mitarbeiter eine Lösung zu finden. Bei genügend Flexibilität könnte ein Teil von ihnen auch im Halbleiterentwick 4. Spalte lungszentrum im steirischen Gratkorn beschäftigt werden, das um 30 Stellen ausgebaut wird. 2003 hat Philips Österreich laut Firmenchef Kamm einen Gewinn "in guter zweistelliger Millionen-Euro-Höhe" erwirtschaftet. Der Umsatz lag mit 1,02 Mrd. Euro auf dem Niveau von 2002 und soll auch heuer diesen Wert erreichen. Noch beschäftigt das Elektronikunternehmen in Österreich laut McGuinn 2170 Leute: 1540 in Wien, 450 in Klagenfurt und 180 in Gratkorn. (Karin Tzschentke, Der Standard, Printausgabe, 24.12.2004)

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