Konservativ, wenn es um die Familie geht

27. Dezember 2004, 13:20
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Jugendforscher warnt vor neuem Körperkult - Neun von zehn jungen Österreichern besitzen ein Handy

Das bestätigen auch die Zahlen der Studie "Österreich 2050" vom Institut für ökonomische und politische Forschung "Metis". Demnach haben neun von zehn Jugendliche oder jungen Erwachsenen ein eigenes Handy. Die Hälfte verfügt über einen Zugang zum Internet. Heinzlmaier spricht hier von der "Amerikanisierung" Österreichs.

Im Unterschied zu früher könne heute auch nicht mehr von einer "Institutionenskepsis" gesprochen werden. Man sei schon einen Schritt weiter: "Skepsis setzt voraus, dass man Erfahrung sammeln konnte. Heute herrscht schon völlige Distanz. Man kennt die Institutionen gar nicht mehr." Wenig überraschend werden in der Studie die Bereiche "Religion" (29 Prozent der Befragten) und "Politik" (22 Prozent) als nicht bedeutend angeführt.

Beziehung zum Körper als zentrales Thema

Der Jugendforscher glaubt, dass nun eine weiterer Trend voll einsetzen wird: "In den nächsten fünf, sechs Jahren wird die Beziehung zum eigenen Körper das zentrale Thema sein." Schon jetzt können sich in Deutschland ein Drittel der Elf- bis 29-Jährigen eine Schönheitsoperation vorstellen. In Österreich sind es noch 15 Prozent. Wie ein Mensch charakterlich ist, trete dabei in den Hintergrund, warnt Heinzlmaier: "80 Prozent glauben, dass Menschen, die gut aussehen, bessere Karrierechancen haben."

Konservativer als die eigenen Eltern sind junge Menschen in der Partnerschaft. "Sie suchen den Partner fürs Leben und träumen davon, etwas gemeinsam aufbauen zu können", sagt Heinzlmaier. 81 Prozent der Befragten nennen bei der Österreich-Studie "Familienleben" als wichtigen Lebenswert – davor liegt nur mehr "Freunde" und die eigene Gesundheit. (pm; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.12.2004)

Was für manche Erwachsene vielleicht noch irritierend wirkt, ist in der Jugendszene längst Alltag. Die Devise lautet: ständig erreichbar sein – sei es mittels Internet oder Mobiltelefon. "Das Handy ist bei den Jugendlichen schon längst ein Teil ihrer selbst", sagt Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier im Gespräch mit dem STANDARD
  • Jugendforscher: "In den
nächsten fünf, sechs Jahren
wird die Beziehung zum eigenen Körper das zentrale Thema sein."
    derstandard.at/lewkowicz

    Jugendforscher: "In den nächsten fünf, sechs Jahren wird die Beziehung zum eigenen Körper das zentrale Thema sein."

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