Thailand: Lehrer protestieren gegen Gewalt

25. Dezember 2004, 14:02
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Unbegrenzter Streik ausgerufen

Bangkok - Im moslemisch geprägten Süden Thailands haben die Lehrer am Donnerstag aus Protest gegen die wachsende Gewalt von Seiten der dortigen Separatisten einen unbegrenzten Streik begonnen. Die Lehrkräfte verlangen, dass die Regierung in Bangkok sie gegen zunehmende Mordanschläge moslemischer Aufständischer schützt. Die Extremisten sehen in den Lehrern offenbar Interessenvertreter der buddhistisch ausgerichteten Staatsführung.

Erst Anfang der Woche waren bei verschiedenen Zwischenfällen in der Region zwei Lehrer auf offener Straße erschossen worden. Die Opfer waren wie die Mehrheit im Lande Buddhisten. Wenige Tage zuvor waren vier moslemische Lehrer einer Islam-Schule unter dem Vorwurf der Anstiftung zu Aufruhr und Gewalt festgenommen worden.

Einer von moslemischen Separatisten ausgelösten Welle der Gewalt sind in Südthailand seit Jänner des Jahres rund 450 Menschen zum Opfer gefallen. Nach schweren Unruhen zwischen Moslems und Sicherheitskräften in der Stadt Tak Bai waren Ende Oktober etwa 80 Festgenommene erstickt oder zu Tode gedrückt worden, als sie mit Lastwagen in ein Militärlager gebracht werden sollten. Eine islamische Rebellenorganisation hatte danach Racheakte angedroht. (APA/dpa)

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