Pottwale werden "taucherkrank"

25. Dezember 2004, 20:00
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US-Forscher haben Wal-Skelette untersucht: Ausgewaschene und porös durchlöcherte Knochen und Knorpel

Washington - Selbst Meeresbewohner bleiben nicht von der auch bei Tauchern bekannten Druckfallkrankheit verschont. Diesen Schluss ziehen US-Forscher aus einer Untersuchung von Pottwal-Skeletten. Sie offenbarten genau jene Symptome, die bei Menschen durch zu raschen Druckabfall beim Auftauchen hervorgerufen werden: Ausgewaschene und porös durchlöcherte Knochen und Knorpel.

Michael J. Moore und Greg A. Early vom Ozeanographischen Institut in Woods Hole (US-Bundesstaat Massachusetts) stellen ihr Ergebnis im US-Fachjournal "Science" (Bd. 306, S. 2215) vom Freitag vor. Es widerlegt die bisher vorherrschende Meinung, dass Wale und andere Tiefseetaucher von den Folgen zu schnellen Auftauchens ausgenommen sind. Die Erosionen an 16 Skeletten lassen nach Worten der beiden Meeresbiologen erkennen, dass "Pottwale weder anatomisch noch physiologisch immun gegen den Effekt des Tiefseetauchens sind".

Moore und Early fürchten, dass der Einfluss des Menschen die Gefahr für Wale und andere Meeresbewohner noch erhöht. So könnten etwa die Sonarexperimente des US-Militärs dazu beitragen, dass diese ihr natürliches Tauchverhalten verändern und schneller oder auch häufiger aus der Tiefe an die Meeresoberfläche hoch tauchen. (APA/dpa)

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    Pottwale sind von den Folgen zu schnellen Auftauchens nicht ausgenommen.

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