Belgien: Mehrheit in Flandern will Vlaams Belang in der Regierung

24. Dezember 2004, 16:19
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Umgang mit Rechtspartei spaltet das Land

Brüssel - In Flandern, der bevölkerungsreichsten Region Belgiens, spricht sich eine knappe Mehrheit dafür aus, dem fremdenfeindlichen Vlaams Belang, dem früheren Vlaams Blok, Regierungsverantwortung zu übertragen. Wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage im Auftrag des flämischen Radiosenders VRT ergab, ist Belgien in dieser Frage stark gespalten. In der französischsprachigen Region Wallonien im Süden des Landes befürworten nur zehn Prozent ein Ende der Ächtung der separatistischen flämischen Rechten durch die anderen Parteien.

In Flandern äußerten 41 Prozent ihre Abneigung gegen eine Regierungsbeteiligung des Vlaams Belang. Vor allem Männer, Arbeiter und die ländliche Bevölkerung unterstützen ein Ende des "cordon sanitaire". Die Umfrage zeigt weiters, dass der belgische Kronprinz Philippe, der sich kürzlich mit scharfer Kritik an der flämischen Rechtspartei zu Wort gemeldet hat, in Flandern weniger Unterstützung als Thronfolger genießt. Während 82 Prozent der Wallonen Philippe für einen guten König hielten, sind es nur 67 Prozent der Flamen.

In Umfragen bereits an der Spitze

Der Vlaams Blok ist bei den belgischen Regionalwahlen im Juni zur zweitstärksten Kraft in Flandern aufgestiegen. Umfragen sehen die Rechtspartei bereits an der Spitze. Nach einer Verurteilung durch das belgische Höchstgericht wegen Rassismus nannte sich die Partei im November in Vlaams Belang ("Die flämische Sache") um, um weiterhin in den Genuss staatlicher Parteienförderung zu kommen. (APA)

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