Kolumbien will Castano unter Umständen an USA ausliefern

25. Dezember 2004, 18:17
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Paramilitär-Chef seit April verschwunden

Bogota - Die kolumbianische Regierung will den verschwundenen Chefs der ultrarechten Paramilitärs, Carlos Castano, unter Umständen an die USA ausliefern. Castano könne dem entgehen, wenn er bestimmte Bedingungen erfülle, hieß es in einer offiziellen Erklärung vom Mittwoch (Ortszeit). Er müsse seine illegalen Aktivitäten aufgeben und zur Demobilisierung der paramilitärischen Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens (AUC) beitragen. Sollte der seit dem 16. April untergetauchte Castano seinen Aufenthaltsort nicht bekannt geben und sich nicht an die genannten Bedingungen halten, werde er an die USA ausgeliefert.

Der Chef der kolumbianischen Paramilitärs soll sich ins Ausland abgesetzt haben. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP wollte er sich kurz vor seinem Verschwinden den USA stellen. Washington beantragte die Auslieferung Castanos wegen Drogenhandels.

Ein im Mai vereinbartes Abkommen zwischen Regierung und AUC-Führung sieht die Demobilisierung der Paramilitär-Milizen und deren Begrenzung auf ein 368 Quadratkilometer großes Gebiet im Norden Kolumbiens vor. Bis Ende 2005 sollen die 20.000 Kämpfer starken Milizen aufgelöst werden. In dem seit 40 Jahren dauernden Konflikt in Kolumbien starben bisher rund 200.000 Menschen. (APA)

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