Peru: Zivilprozess gegen Guerillaführer Guzman ab Februar

25. Dezember 2004, 18:17
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Richter kündigt "Megaprozess" an

Lima - Der im November geplatzte Prozess gegen den Führer der peruanischen Guerilla-Organisation Leuchtender Pfad (Sendero Luminoso), Abimael Guzman, soll nun im kommenden Februar beginnen. Guzman und den Generalstab der Organisation erwarte dann ein "Megaprozess", kündigte der für Terrorismus zuständige Richter Pablo Talavera am Mittwoch (Ortszeit) laut der staatlichen Nachrichtenagentur Andina an.

In dem Verfahren soll der Guerillaführer in 30 Fällen angeklagt werden, dafür werden alle Vorwürfe gegen ihn zusammengezogen. Der Prozess wird in einem speziellen Saal auf einem Marinestützpunkt in Callao nahe der Hauptstadt Lima stattfinden, wo Guzman bereits seit 1992 inhaftiert ist.

Prozess geplatzt

Im November war das Zivilverfahren zehn Tage nach Beginn geplatzt, weil nur der Vorsitzende, nicht aber die beiden beisitzenden Richter erschienen. Guzman ist zusammen mit seiner Gefährtin Elena Iparraguirre und Mitgliedern seines früheren Generalstabs angeklagt. Der frühere Philosophieprofessor wurde 1992 gefasst und von einem Militärgericht wegen Terrorismus zu lebenslanger Haft verurteilt. Im vergangenen Jahr entschied das Verfassungsgericht jedoch, dass Guzmans Rechte als Angeklagte verletzt worden seien und der Prozess vor einem Zivilgericht neu aufgerollt werden müsse.

Nach Angaben der peruanischen Wahrheits- und Versöhnungskommission wurden bei politisch motivierten Gewalttaten von Guerilleros, Polizisten und Militärs zwischen 1980 und 2000 in Peru rund 69.000 Menschen getötet. (APA)

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    Abimael Guzman auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2003.

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