Exekutor arbeitete in die eigene Tasche

23. Dezember 2004, 20:33
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45.000 Euro nicht an Gläubiger abgeliefert

Graz - Zu einem Jahr bedingter Haft und einer Geldstrafe wurde am Mittwoch ein 44 Jahre alter Gerichtsvollzieher in Graz verurteilt. Der Beamte musste sich wegen Missbrauch der Amtsgewalt vor dem Schöffensenat verantworten, weil er rund 45.000 Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet hatte. Der Angeklagte zeigte sich voll geständig. Der Grazer erbat sich drei Tage Bedenkzeit. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Beamte hat Quittungen gefälscht, gar nicht erst ausgestellt oder Beträge nicht an die Gläubiger weitergeleitet. Aufgeflogen war die ganze Sache, als sich der Beschuldigte wegen der Geschehnisse Ende Juni das Leben nehmen wollte.

"Mir ist das alles zu viel geworden"

"Warum haben Sie das gemacht?", wollte die vorsitzende Richterin Angelika Hacker wissen. "Ich hab die Scheidung nicht verkraftet", rechtfertigte sich der 44-Jährige. "So viele Leute werden geschieden", konterte die Richterin. Das sei noch lang kein Grund, Geld einzustecken. Die Trennung von seinen beiden Kinder sei schlimm gewesen. "Mir ist das alles zu viel geworden", so der Angeklagte, der 15 Jahre im Amt war und nun seit Juli suspendiert ist.

Insgesamt hat der Beamte bereits knapp 24.000 Euro an Schadenswiedergutmachung geleistet. Weil sich der Grazer voll geständig zeigte, wurde er zu einem Jahr bedingter Haft und einer Geldstrafe in der Höhe von 1.260 Euro verurteilt. Er erbat sich Bedenkzeit. (APA)

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