Abbas: Gespräche mit Israel über Gaza-Rückzug nach der Wahl

23. Dezember 2004, 17:01
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Sharon: Keine Bereitschaft zur Teilnahme an Nahost-Konferenz

Ramallah/Jerusalem - Nach Einschätzung des neuen PLO-Chefs Mahmud Abbas wird es nach der Wahl eines neuen palästinensischen Präsidenten zu Gesprächen mit Israel über den geplanten Abzug aus dem Gaza-Streifen kommen. "Bisher gibt es keine offiziellen Kontakte oder Verhandlungen mit der israelischen Seite, aber es ist normal, dass Verhandlung nach den Präsidentenwahlen beginnen", sagte Abbas am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit Italiens Außenminister Gianfranco Fini.

Abbas gilt als aussichtsreichster Kandidat bei der Wahl am 9. Jänner für einen Nachfolger des im November verstorbenen Präsidenten Yasser Arafat.

Abzug als Teil der "Road-Map"

Abbas hatte zuvor mit wenig Interesse auf eine Einladung Israels reagiert, sich an der Koordination des für 2005 geplanten Abzugs der Israelis aus dem Gaza-Streifen zu beteiligen. Am Mittwoch sagte Abbas, er habe internationale Zusicherungen - wenn auch nicht von israelischer Seite - der Abzug sei Teil des "Road-Map" genannten internationalen Friedensplans.

Für Februar in Großbritannien geplante Nahost-Konferenz

Der britische Premierminister Tony Blair, der zu Gesprächen nach Israel gereist war, begrüßte den geplanten Abzug. Dieser könnte ein Schritt in Richtung der Road-Map sein, an deren Ende ein eigenständiger palästinensischer Staat stehen soll. Die für Februar in Großbritannien geplante Nahost-Konferenz solle den Palästinensern helfen, wirkliche Verhandlungspartner für den Frieden zu werden.

Israels Ministerpräsident Ariel Sharon hatte die Teilnahme seines Landes an der Konferenz abgelehnt. "Wir haben mit den Briten Gespräche darüber geführt und beide Seiten sind übereingekommen, dass es keine Notwendigkeit zur Teilnahme gibt", sagte Sharon nach dem Treffen mit Blair. (APA/Reuters)

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