Fest der häuslichen Gewalt

23. Dezember 2004, 07:00
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Frauen-Hilfseinrichtungen verzeichnen starken Anstieg an Hilfesuchenden rund um die Feiertage - Helplines rund um die Uhr besetzt

Wien - Die Festtage seien für viele Frauen alles anders als still. Für viele sei es traurige Realität, Weihnachten als Fest der Gewalt statt der Liebe zu erleben, wussten Wiens Frauenstadträtin Sonja Wehsely (S) und die Leiterin der Beratungseinrichtung "Frauennotruf", Karin Spacek diese Woche im Rahmen einer Pressekonferenz zu berichten.

Eklat wegen Banalem

Besonders um die Feiertage herum sei ein klarer Anstieg von häuslicher Gewalt zu verzeichnen, weshalb man auch in den Beratungseinrichtungen Hochkonjunktur habe, erklärte Spacek. In dem Moment, in dem sich die Familien außerhalb des üblichen Alltagstrotts bewegten und die Männer öfters daheim seien, komme es verstärkt zu Gewalttätigkeiten. Eine weiteres Kriterium sei der Alkohol, der zu den Feiertagen verstärkt fließt. Dann reiche oftmals ein banaler Anlass, wie "die Christbaumkugeln sind nicht schön genug", bedauerte Spacek.

Tabu scheint zu bröckeln

Darüber zu sprechen sei zwar immer noch ein Tabu, beklagte Wehsely. Ein Tabu allerdings, das zu bröckeln scheint: Heuer seien teilweise Steigerungen der Anruferinnenzahlen von 40 Prozent gegenüber dem Jahr 2003 zu verzeichnen, so Spacek. Auch in den Ferienmonaten im Sommer lasse sich ein ähnliches Phänomen beobachten.

Man spreche mit der Anruferin durch, wie die Festtage möglichst gefahrlos gefeiert werden können. Allerdings hätten noch viele Hemmungen, den Heiligen Abend ohne ihren Partner zu verbringen, berichtete die Frauennotruf-Chefin.

Verbesserte Hilfsangebote

Mit dem Gewaltschutzgesetz, das auch die vorübergehende Wegweisung des Partners ermöglicht, habe der Staat mittlerweile gute Chancen, die Opfer zu schützen. "Nicht mehr die Frau muss auf der Straße stehen, sondern der Täter", unterstrich Wehsely.

Rund 40.000 Beratungen hat der Frauennotruf seit seiner Gründung 1996 bereits durchgeführt. Allein heuer sind rund 6.200 Beratungskontakte zu verzeichnen gewesen. Das Angebot des Frauennotrufs reicht dabei von der anonymen Telefonberatung, einem Frauenchat bis hin zu persönlichen Beratungsgesprächen. (APA/red)

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    Der Wiener Frauennotruf ist 24 Stunden pro Tag unter Telefon 01/71719 erreichbar.
    Zudem steht österreichweit kostenlos die "Frauenhelpline gegen Männergewalt" unter 0800/222555 zur Verfügung.
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