Stadlbauer: "Frauenpolitische Untätigkeit der Regierung"

22. Dezember 2004, 11:38
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SPÖ-Bundesfrauen-Geschäftsführerin kritisiert Fakten des Einkommensberichts

Die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern in Österreich vergrößert sich zunehmend, wie anhand des am Montag präsentierten Einkommensberichts für die Jahre 2002 und 2003 deutlich wird.

Wiedereinstiegsdilemma

In Bezugnahme auf diese Tendenz erklärte SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer, dass die krasse Differenz der Einkommen zwischen den Männern und Frauen "die frauenpolitische Untätigkeit der Regierung nur zu deutlich vor Augen führt". Ziehe man die Daten einer aktuellen Synthesis-Studie hinzu, so ist zu erkennen, dass nur jede zweite Frau den Wiedereinstieg schafft. "Der Wiedereinstieg ist schwieriger geworden. Es ist keine Frage, dass sich das auf das Einkommen der Frauen auswirkt", so Stadlbauer in einer Presseaussendung vom Dienstag.

Pensionsdilemma

Die Einkommensschere, so der aktuelle Bericht, ziehe sich bis ins Pensionsleben fort. Und Arbeitsminister Bartenstein habe im Zuge der Anhebung des Frauenpensionsalters zwar "spezielle Förderungen für ältere Arbeitnehmerinnen verordnet, aber zu Lasten der Gruppe der 25- bis 49-Jährigen, also der Wiedereinsteigerinnen", kritisierte Stadlbauer. Die SPÖ-Abgeordnete forderte eine Wiedereinstiegsoffensive, die auch entsprechend dotiert ist. "Ich denke da an etwa 100 Millionen Euro."

Kinderbetreuungsdilemma

Weiters sei der flächendeckende Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen dringend erforderlich sowie rechtlich durchsetzbare betriebliche Frauenförderprogramme. "Die Aktivitäten der Frauenministerin sowie des Arbeitsministers in diesen Bereichen erstrecken sich bedauerlicherweise gegen Null; außer Beschwichtigungen ist da nicht viel zu hören", meinte Stadlbauer. Möglicherweise sei dies auch eine Taktik, Frauen bewusst in Abhängigkeit zu halten, so Stadlbauer abschließend. (red)

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