USA: Nach 17 Jahren Haft für unschuldig erklärt

23. Dezember 2004, 16:05
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75 Jahre lautete das Urteil - das Opfer identifizierte Moon nur anhand eines Polizeifotos - erst ein neuer DNA-Test hat Unschuld bewiesen

El Paso - Ein 43-jähriger US-Amerikaner ist nahezu 17 Jahre lang hinter Gittern gewesen, ehe er nach einem DNA-Test für unschuldig erklärt und freigelassen worden ist. In Begleitung seiner Eltern konnte Brandon Moon am Dienstag das Gefängnis im texanischen El Paso verlassen. Er fühle sich noch ganz benommen, sagte Moon vor seiner Heimfahrt nach Kansas City.

Schuldigsprechung durch Polizeifotos

Moon wurde 1988 wegen Vergewaltigung zu einer Gefängnisstrafe von 75 Jahren verurteilt. Das Opfer des Verbrechens vom April 1987 identifizierte Moon anhand eines Polizeifotos, konnte sich damals aber nicht daran erinnern, ob er einen Schnurrbart trug oder welche Augenfarbe er hatte. Auf Grund neuer DNA-Tests beantragten seine Anwälte die Annullierung des Urteils.

"Mein Büro und der Staat Texas erkennen im Interesse der Wahrheit das Unrecht an, das Moon zugefügt wurde", erklärte der Staatsanwalt des Bezirks El Paso, Jaime Esparza. Bis zur endgültigen Aufhebung des Urteils wurde Moon gegen Zahlung einer Kaution von einem Dollar freigelassen.

Entschädigung

Moon hat danach einen Anspruch auf Entschädigung von 425.000 Dollar (317.306 Euro) für jedes Jahr Haft. Er sagte, er habe nie die Hoffnung verloren, als die Justiz nicht auf seine Unschuldsbeteuerung habe hören wollen. "Jetzt hören sie mir zu", sagte er. (APA/AP)

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