Leidtragende von Anschlägen in Israel verklagen arabische Großbank

23. Dezember 2004, 17:01
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Arab Bank soll Milliarden Dollar wegen Unterstützung der Rekrutierung von Mördern bezahlen

New York - Eine Gruppe von Leidtragenden palästinensischer Selbstmordanschläge in Israel hat eine der größten arabischen Banken auf mehrere Milliarden Dollar Schmerzensgeld verklagt, weil diese Hilfszahlungen an die Hinterbliebenen von Selbstmordattentätern ermöglicht haben soll. Vor einem US-Bundesgericht in New York reichte der Anwalt Ron Motley am Dienstag im Namen von mehr als 700 Opfern und Angehörigen Klage gegen die in Jordanien ansässige Arab Bank ein.

Die Bank habe durch die Überweisungen "die Rekrutierung von Mördern unterstützt", sagte Motley. "Wir wollen ein Urteil, das hart genug ist, damit die Bank ihr Gebaren ändert." Angestrebt würden mehrere Milliarden Dollar.

Die Kläger werfen der Arab Bank insbesondere vor, Zahlungen abgewickelt zu haben, mit denen die radikal-islamische Hamas die Hinterbliebenen von Selbstmordattentätern unterstütze. Die Israelin Iris Almog Schwartz, die bei einem Selbstmordanschlag in Haifa im vergangenen Jahr Eltern, Bruder und zwei Neffen verloren hatte, sagte in New York: "Wir werden die Arab Bank davon abhalten, die Hamas-Kampagne des Völkermords gegen das israelische Volk zu unterstützen."

Ein Anwalt der Bank wies die Vorwürfe als "absolut falsch" zurück. Das Geldinstitut verurteile "Terrorismus in allen Formen". Die Arab Bank unterhält mehr als 400 Zweigstellen in 25 Ländern, unter anderem auch in den USA. Sie ist eine der größten Banken im Nahen Osten. (APA)

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