Spam - die Rache

1. März 2005, 16:23
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Von RAU - Was früher auf den Umschlag- Innenseiten von "Jerry Cotton"-Hefteln beworben wurde, kriegen wir heute milliardenfach per E-Mail ...

Bitte, erheben Sie sich. Wir ehren hier Richter Charles Wolle vom Bezirksgericht Davenport in Iowa, USA. Dieser tapfere Mann hat soeben zwei Firmen, die millionenfach Spams versenden, zu Strafzahlungen von 720 bzw. 360 Millionen Dollar verurteilt.

Ein amerikanischer Unternehmer hatte geklagt, weil er im Jahr 2000 bis zu zehn Millionen Spams erhalten hatte. Täglich. Das lindert etwas die tägliche Wut beim Aufmachen der Mailbox, das tröstet darüber hinweg, dass Bill Gates in größeren Abständen verspricht, demnächst werde er das ultimative Mittel gegen Spams gefunden haben, das verschafft zumindest so lange ein gutes Gefühl, bis die Meldung kommt, die nächste Instanz habe die Strafen drastisch herabgesetzt. Oder können wir darauf hoffen, dass auch Bundesrichter sich täglich krank ärgern über die Penisverlängerungen, das billige Viagra, die garantierten Gewichtsverlust-Wundermittel, die zehn besten Methoden, Frauen anzumachen usw.?

Was früher auf den Umschlag-Innenseiten von "Jerry Cotton"-Hefteln beworben wurde ("Schwimmkerl", Mittel gegen abstehende Ohren, die Röntgenbrille), kriegen wir heute milliardenfach per E-Mail. Erheben wir uns für Richter Charles Wolle. (DER STANDARD, Printausgabe, 22.12.2004)

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