Austro-Kaviar

6. Februar 2005, 17:49
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Billig ist der Saiblings-Kaviar nicht, und viel geben tut es auch nicht. Der Geschmack ist aber sensationell

Saiblinge und Forellen gezüchtet hätte schon sein Vater, erzählt Michael Sicher aus Tainach in Kärnten. Und geärgert darüber, dass in der Laich-Zeit der schöne Saiblings-Kaviar im Strömungsbecken hinfort schwimmt, auch. Er hätte sich dann einmal vier bis fünf Jahre mit der Erforschung des Laich-Verhaltens des Saiblings beschäftigt. Und mittlerweile gilt Michael Sicher als Spezialist - und nicht zuletzt als Erzeuger der besten Fisch-Eier im Lande. Die Arbeit ist mühsam, denn die Tiere müssen täglich aus dem Wasser genommen und überprüft werden, ob der Zeitpunkt des "Abstreifens" schon gekommen ist. Und das im November, wo das Wasser des jungfräulichen, klaren Gebirgsbächleins, in dem die Sicher'schen Fische leben, nicht gerade wohltemperiert ist, "es kann sein, dass ich einen Fisch zehn Mal in der Hand hab', bis es so weit ist". Dann wird das Saiblings-Weibchen mit Nelkenöl leicht betäubt, der Rogen sanft "herausmassiert" und der Fisch nach wenigen Augenblicken unbeschädigt wieder ins Wasser gesetzt. Der nächste Schritt ist eine äußerst penible Selektion, leichtes Salzen (nur vier Prozent) mit Karpaten-Kristallsalz aus 400 Meter Tiefe und das Abfüllen nach geheimer Methode.

Billig ist der Saiblings-Kaviar nicht, und viel geben tut es auch nicht. Der Geschmack ist aber sensationell, der Zerplatzen der Kugerln eine sinnliche Wonne - und bis auf die Farbe sind die Saiblings-Kaviar-Eier dem Osietra näher als jedem Forellenkaviar. (DERSTANDARD/rondo/floh/22/12/04)

Um € 28 (130g)
bei Michael Sicher
Mühlenweg 3
9121 Tainach
Tel: 04239/26 38
und bei
Meinl am Graben
  • Artikelbild
    foto: caviar house/"kaviar", augustus-verlag: ingo petz
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