Kaviar gefährdet Festtagslaune

25. Dezember 2004, 15:27
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Warnung vor bedenklichen Einkäufen - Auf einer Liste nannte WWF Erzeugnisse, die vermieden werden sollten

Die Umweltschutzorganisation WWF hat Weihnachtseinkäufern den Verzicht auf Tierprodukte ans Herz gelegt. "Bitte seien Sie sich darüber bewusst, was Sie kaufen und welche Auswirkungen dies auf den Artenschutz und die Umwelt haben kann", sagte die WWF-Artenschutzdirektorin Susan Lieberman am Dienstag in Genf.

Auf einer schwarzen Liste nannte der WWF Erzeugnisse, die vermieden werden sollten. Dazu zählen Produkte aus Tigerpelz, Schildpatt und Elfenbein. Sie stammen von Tieren, die weltweit vom Aussterben bedroht sind. Nur noch 5000 Tiger leben laut WWF in Freiheit, sechs von sieben Meeresschildkrötenarten droht die Auslöschung, und Wilderei in Afrika dezimiert die Elefantenbestände immer weiter.

Bei anderen Produkten sollten die Verbraucher Vorsicht walten lassen und nur dann zugreifen, wenn das internationale Artenschutz-Gütesiegel CITES vorliege. Genannt wurden unter anderem Shahtoosh-Wolle (die Antilopen werden vor der Schur getötet), Produkte aus Schlangen- oder Krokodilleder und schwarzer Kaviar. Durch illegale Überfischung im Kaspischen Meer sei der Kaviar tragende Stör beinahe ausgerottet.

Allergien

Greenpeace wendet sich auch aus anderem Grund gegen den Kauf von Kaviarprodukten. Sie enthielten bis zu vier bedenkliche Zusatzstoffe: Geschmacksverstärker, die Kopfschmerzen, Übelkeit oder Nackenstarre verursachen können oder Farbstoffe, die an der Auslösung von Allergien oder Asthma beteiligt sein könnten.

Ähnliches gilt für Lachsprodukte, Axel Grunt von Greenpeace Österreich rät bei Appetit auf Fisch zu heimischem Karpfen oder Biolachs. Auch bei der Wahl des naschbaren Christbaumbehangs und des Orangensafts für den Sektcocktail sollte man auf die Zusatzstoffe achten, sagte Grunt.

Seit zwei Wochen hat dafür Greenpeace eine Internetinformationsseite installiert (marktcheck.at, die Transparenz in Lebensmittel- und Kosmetikprodukte bringen soll. Bewertet wird in Hinblick auf Gentechnik, Risikochemie, Tierschutz, Abfall, Soziales und Transport. (APA, AFP/DER STANDARD; Printausgabe, 22.12.2004)

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    Kaviar - eine begehrte und teure Delikatesse, vor der Umwelt- schützer warnen; einerseits, weil der Stör, dem der echte Kaviar entnommen wird, durch illegale Überfischung bereits im Aussterben ist, anderer- seits, weil er Zusatzstoffe tragen kann, die gesund- heitsschäd- lich sind und sogar Kopf- schmerzen verursachen.

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