Zentrale Notrufnummer für Kartenverluste in Deutschland geplant

30. Dezember 2004, 10:20
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Ab Sommer 2005 Kartensperrung unter der einheitlichen Nummer 116 116

Unter der kostenlosen Notrufnummer 116 116 können ab Mitte nächsten Jahres abhanden gekommene Bankkarten, Handykarten und andere elektronische Berechtigungen gesperrt werden. Deutschland sei damit das erste Land mit einer zentralen Notrufnummer bei Kartenverlust, erklärte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) am Dienstag in Berlin. Schily rief alle Banken sowie Anbieter von Kreditkarten, Mobilfunk und anderen Karten auf, sich dem Notruf anzuschließen.

Den Zuschlag für den Betrieb des Sperrnotrufs erhielt am der Sperr e.V., ein Verein für Sicherheit in der Informationsgesellschaft, von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Ab Sommer nächsten Jahres vermittele die zentrale Sperrvermittlung den Anrufer mit den Herausgebern der jeweiligen Karten, teilte der Verein mit. Hier müsse sich der Hilfesuchende legitimieren, wodurch ein Missbrauch ausgeschlossen sei. Aus dem Inland bleibe der Anruf der 116 116 kostenfrei.

Allein für das Sperren von EC- und Kreditkarten gibt es nach Angaben der Sperr e.V. bislang über 100 Servicenummern. Der Verein schätzt die jährliche Anzahl der Sperrungen in Deutschland auf rund sechs Millionen. Schnelleres Sperren hätte nach Schätzungen des Vereins potenziell Schäden von mindestens 40 Mio. Euro vermeiden können. (APA/AP)

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