Klagenfurt: Gerichtliches Nachspiel im Legionellen-Fall

23. Dezember 2004, 16:06
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Strafantrag wegen fahrlässiger Gemeingefährdung mit Todesfolge für Betriebsleiter des Campingplatzes

Die Legionellen-Erkrankungen, die im Frühsommer dieses Jahres auf einem Klagenfurter Campingplatz für Aufregung sorgten, werden nun ein gerichtliches Nachspiel haben. Ein 60-jähriger Niederösterreicher verstarb im Juli an den Folgen der Bakterien, die schwere Lungenentzündungen auslösen. Die Staatsanwaltschaft stellt gegen den Betriebsleiter des Campingplatzes einen Strafantrag wegen fahrlässiger Gemeingefährdung mit Todesfolge. Dem Mann drohen bis zu drei Jahre Haft.

Bereits Ende Mai war der Niederösterreicher erkrankt, weil die Duschen der von den Stadtwerken betriebenen Anlage mit den gefährlichen Bakterien verseucht waren. Im Juni erkrankte auch ein 72-jähriger Bayer. Bekannt wurden die Fälle aber erst Ende Juni.

Anstatt die Duschen sofort nach Bekanntwerden der ersten Fälle behördlich zu sperren, hatte man versucht, das Problem durch Erhitzung und mit dem Einsatz von Chlor im Wasser zu beseitigen. Legionellen sterben bei einer Temperatur von 70 Grad, das Wasser in den Boilern des Campingplatzes war aber lediglich auf 40 bis 44 Grad erhitzt, bevor es zur Verseuchung kam. Die Duschen waren seit mehr als zehn Jahre nicht mehr überprüft worden. (APA, cms/DER STANDARD; Printausgabe, 22.12.2004)

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