Abbas bekennt sich zum Erbe Arafats

22. Dezember 2004, 21:37
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Ende der 40-tägigen Trauerzeit - Shalom kritisiert palästinensische Führung

Jerusalem - Zum Ende der 40-tägigigen Trauerzeit für Yasser Arafat hat sich der neue PLO-Chef Mahmud Abbas zum politischen Erbe des palästinensischen Präsidenten bekannt. Er trete für ein Friedensabkommen mit Israel ein, das zu einem palästinensischen Staat mit Jerusalem als Hauptstadt führen werde, sagte Abbas am Dienstag bei einer Gedenkfeier in Ramallah. Das israelische Außenministerium zeigte sich "entmutigt" von Abbas' Aussage.

"Wir werden weiter kämpfen, um deinen Traum und unseren Traum zu verwirklichen", sagte Abbas, an den verstorbenen Arafat gerichtet. Er verwies auf dessen Rede vom vergangenen Sommer. Damals räumte Arafat Fehler der Autonomiebehörde ein und versprach Reformen. Abbas gilt als aussichtsreichster Bewerber bei der Wahl eines neuen palästinensischen Präsidenten am 9. Jänner.

Shalom: Erbe Arafats "ist für uns Terrorismus"

Der israelische Außenminister Silvan Shalom reagierte mit heftiger Kritik. Das Erbe Arafats "ist für uns Terrorismus", wurde er von der "Jerusalem Post" zitiert. Dass Abbas an einem Rückkehrrecht für hunderttausende Palästinenser festhalte und Extremisten nicht gewaltsam entwaffnen wolle, sei nicht akzeptabel. Shalom dämpfte damit Äußerungen von Ministerpräsident Ariel Sharon, der unlängst erklärt hatte, 2005 werde "einen Durchbruch bringen, auf den wir seit vielen Jahren gewartet haben".

Zur Belebung der Nahost-Diplomatie wurde der britische Premierminister Tony Blair noch am Dienstag in Israel und im Westjordanland erwartet. Er wollte dort für die Teilnahme beider Konfliktparteien an einer internationalen Konferenz in London werben. Sharon hat allerdings schon angekündigt, er werde keine israelische Delegation entsenden. (APA/AP)

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    Palästinensische Künstler zeichnen Portraits vom Mahmud Abbas und Yasser Arafat auf die Straßen von Gaza

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