Traurige Weihnachten ohne "Fröhliche Weihnachten"

7. Februar 2005, 19:00
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Wieder einmal ein Fest ohne Bob Clarks Film "Fröhliche Weihnachten"

Ich bin enttäuscht. So wie damals, als ich erfuhr, dass der Nikolo eigentlich der dicke Nachbar vom Ende der Straße ist und das Christkind meinen legasthenisch hingekrakelten Wunschzettel nur deshalb dechiffrieren und erfüllen konnte, weil – na, Sie wissen schon: The Mamas and the Papas.

Anders als damals, als man mich bei Erreichen der Volljährigkeit so brutal mit den "cold hard facts of life" konfrontierte, die wenigstens dadurch abgeschwächt wurden, dass Geschenke sonder Zahl unter dem Baum lagen, spendet mir heute nichts Trost. Nichts! Dabei habe ich mich sooo gefreut darauf. Auf "Fröhliche Weihnachten".

So lautet der deutsche Titel eines Films von Bob Clark aus dem Jahr 1983 – des besten Weihnachtsfilms, den man sich vorstellen kann. Leider kann man ihn sich heuer auch nur vorstellen – denn: Er läuft nicht! Können Sie sich das vorstellen?

Die Geschichte ist jedenfalls aberwitzig: Es geht um zwei kleine Jungs, Ralphy und Randy Parker, die in einem etwas exzentrischen Elternhaus mit den Begleitumständen der Kindheit kämpfen: Zunge friert am Fahnenmast fest, Muttern behandelt einen immer noch wie ein Baby, und am Heimweg von der Schule erwartet einen täglich ein sadistischer Quälgeist. Zum Kugeln!

Aber nein, es soll nicht sein. 33 Kanäle voller Weihrauch und Myrrhe – aber auf das Gold hat man tatsächlich vergessen. Wie heißt es in einer Filmbeschreibung im Internet: "Peace. Harmony. Comfort and Joy ... Maybe next year." Hoffentlich. (flu/DER STANDARD, Printausgabe, 22.12.2004)

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