Herzrhythmus arbeitet tagesrhythmisch

29. Dezember 2004, 13:50
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Warum Herzattacken besonders häufig um 10 Uhr Vormittag passieren

Boston - Wissenschaftler der Harvard Medical School haben entdeckt, dass es bestimmte Tageszeiten gibt, in denen Herzprobleme häufiger auftauchen. In Studien ist dann klar geworden, warum Herzattacken besonders häufig um 10 Uhr Vormittag passierten. Dies hat mit einem Tagesrhythmus des gesamten Herzens zu tun und dieser betrifft auch gesunde Menschen, berichten sie im Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences.

"Scaling-Exponent"

Steven Shea und sein Team haben Probanden im Alter von 20 bis 33 Jahren über einen längeren Zeitraum untersucht. Die Freiwilligen hatten sich bereit erklärt, in individuellen Suiten zu leben und hatten ihren gewohnten Lebensrhythmus umgestellt. Über einen Zeitraum von zehn Tagen wurden die Probanden genau beobachtet und mit Hilfe eines Elektrokardiogramms wurden die spezifischen Schlafrhythmen und Wachzustände genauer untersucht. Die Forscher interessierte insbesondere der "Scaling-Exponent", jener Messwert, der die zeitliche Korrelation in der Herzschlagdynamik charakterisiert.

Demnach konnten die Forscher feststellen, dass dieser Exponent um etwa zehn Uhr in der Früh stark ansteigt. Genauer gesagt, konnten die Wissenschaftler einen Anstieg der Herzschläge im 24-Stunden-Rhythmus zwischen neun und elf Uhr erkennen. Dies war nicht abhängig von den täglichen Aktivitäten. Die Forscher leiten daher ab, dass der Herzmechanismus offensichtlich eng an ein endogenes tagesrhythmisches Schrittmachersystem gebunden ist. Weitere Untersuchungen sollen folgen. Möglicherweise kann damit in Zukunft Risikopatienten geholfen werden. (pte)

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