Hinweise auf archäologische Stätten in Syrien durch Auswertung alter Spionagesatelliten-Fotos

29. Dezember 2004, 12:27
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Fünfzig Fundstätten bis zurück zu den Anfängen der Landwirtschaft ausfindig gemacht

Santander - Amerikanische Spionage-Aufnahmen aus der Zeit des Kalten Kriegs haben Wissenschaftler auf die Spuren archäologischer Stätten in Syrien gebracht. Forscher der Universität in Santander in Nordspanien machten bei der Auswertung der Satellitenfotos fünfzig Fundstätten ausfindig, die bis zu 14.000 Jahre alt sind. Wie Teamleiter Juan José Ibáñez am Dienstag mitteilte, hatte ein US-Spionagesatellit die Bilder in der Zeit des Kalten Krieges vor etwa dreißig Jahren aufgenommen. Die Fotos wurden später vom damaligen US-Präsident Bill Clinton freigegeben.

12.000 Jahre alte Überreste einer Siedlung

Die syrische Regierung erteilte den spanischen Wissenschaftlern den Auftrag, die Aufnahmen von der Gegend um die Stadt Homs für archäologische Zwecke auszuwerten. Dort soll vor etwa 12.000 Jahren die Landwirtschaft entstanden sein. Das Forscherteam, dem auch Experten aus Libanon und Syrien angehörten, entdeckte unter anderem Überreste einer Siedlung aus der Zeit, in der die Menschen noch als Jäger und Sammler lebten, aber schon erste Versuche zum Anbau von wildem Getreide und Gemüse unternahmen. Außerdem seien riesige "Totenstädte" mit Hunderten von Gräbern entdeckt worden, berichteten die Wissenschaftler. (APA)

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