Mossul: Terrorgruppe Ansar al-Sunna bekennt sich zu Angriff auf US-Stützpunkt

23. Dezember 2004, 07:15
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26 Tote bei Anschlag - 15 US-Soldaten unter den Opfern - Bush sprach Angehörigen der Opfer sein Beileid aus

Mosul - Bei dem Angriff auf eine US-Militärbasis nahe der irakischen Stadt Mosul (Mossul) sind nach Angaben der US-Armee 22 Menschen getötet worden, darunter 15 US-Soldaten. Zuvor war in Armeekreisen von 19 toten US-Soldaten die Rede gewesen.

Eine Militärsprecherin in Bagdad sagte in der Nacht auf Mittwoch, auch zwei Mitglieder der irakischen Sicherheitskräfte und fünf Zivilangestellte seien uns Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten liege bei 66. Weiterhin sei unklar, wie der Angriff ausgeführt worden sei. "Ein Selbstmordattentat ist nicht ausgeschlossen worden", hieß es in Heereskreisen in Washington. Anfänglich war die US-Armee von einem Raketen- oder Granatwerferangriff ausgegangen.

Nach Anschlag alle Brücken in Mossul geschlossen

Einen Tag nach dem schweren Anschlag auf einen US-Militärstützpunkt in Mossul (Mosul) im Norden des Irak hat der Gouverneur der Provinz Ninive die Schließung aller Brücken der Stadt angeordnet. Jeder, der die Brücken über den Fluss Tigris betrete, bringe sein Leben in Gefahr, hieß es in einer am Mittwoch im Rundfunk verlesenen Erklärung von Gouverneur Duraid Kashmula. Die US-Basis liegt im Südosten von Mossul, der Hauptstadt der Region Ninive. Das Viertel wird häufig von Gewalt erschüttert.

Ansar al-Sunna bekennt sich zu Angriff auf US-Stützpunkt

Im Internet bekannte sich die irakische Terrorgruppe Ansar al-Sunna zu der Tat. Der Anschlag in der nordirakischen Stadt ist einer der schwersten seit dem Beginn des Irak-Kriegs. Ende vergangenen Jahres waren 17 US-Soldaten bei dem Absturz von zwei Hubschraubern ums Leben gekommen.

US-Präsident George W. Bush sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. "Wir wollen sie wissen lassen, dass der Einsatz von entscheidender Bedeutung für den Frieden ist", sagte er während eines Besuchs bei Familien von verwundeten US-Soldaten. "Ich bin sicher, dass sich die Demokratie im Irak durchsetzen wird. Ich weiß, dass ein freies Irak zu einer friedlicheren Welt führen wird." Einer Umfrage zufolge lehnt eine Mehrheit der US-Bürger inzwischen den Irak-Krieg ab. (APA/Reuters)

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