Neun Lawinentote in der vergangenen Saison

22. Dezember 2004, 09:46
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Nach 34 Opfern im Winter 2002/2003 - Zahl der Unfälle blieb jedoch gleich

Obwohl sich die Zahl der Lawinentoten in der vergangenen Saison verringert hatte, blieb die Zahl der Unfälle gleich. Demnach starben im Winter 2003/2004 neun Menschen bei 74 Lawinenunglücken. 21 Sportler wurden laut der Statistik des Alpindienstes im Innenministerium verletzt. In der laufenden Saison sind drei Menschen getötet worden. Sie kamen am Montag in Lech in Vorarlberg unter eine Lawine.

Warum die Zahl der Verunglückten im vergangenen Jahr um 25 auf neun zurückging, ist nach Angaben des Leiters des Alpindienstes, Major Hans Ebner. nicht klar zu definieren. "Die Zahl der Unfälle blieb nämlich gleich. Das ist eine eigenartige Entwicklung", meinte Ebner. Viele Faktoren, wie die Schneemenge, der Aufbau der Schneedecke und die Temperatur, spielen beim Lawinenabgang eine Rolle. Mit 17 verunglückten Variantenfahrern und 48 Tourengehern ist laut Ebner diese Gruppen am meisten durch Lawinen gefährdet.

Kein klarer Trend erkennbar

Schaut man sich die Zahlen nach dem Unglück in Galtür mit 38 Toten in der Saison 1998/1999 (im gesamten Jahr 50 Tote) an, ist kein klarer Trend erkennbar. Nach 39 Toten im Winter 1999/2000 gingen die Zahlen in den Saisonen 2000/2001 auf 19, 2001/2002 auf 17 zurück. Im Winter 2002/2003 verdoppelte sich die Anzahl der Toten (34). Im vergangen Jahr gingen sie überraschenderweise auf neun zurück.

Der Bundesländer-Vergleich zeigt, dass die meisten Lawinenunfälle in der Saison 2003/2004 in Tirol (25) passierten. In dieser Statistik sind alle Unglücke bis 30. April 2004 verzeichnet. An zweiter Stelle folgt Vorarlberg mit 16. Danach kommen Salzburg mit neun, Steiermark mit sieben, Oberösterreich mit sechs, Kärnten mit vier und Niederösterreich mit einem Unfall. Nach dem 30. April passierten noch sechs Lawinenunglücke, erklärte Ebner.

in diesjähriger Saison bereits drei Tote

In der diesjährigen Saison starben bereits drei Menschen bei Lawinenabgängen: Ein amerikanisches Ehepaar war am Montag in Lech in Vorarlberg gemeinsam mit einem befreundeten Ehepaar aus München in das freie Skigelände "Melkertäli" auf 2.100 Meter Seehöhe aufgebrochen. Das Quartett löste an der Geländekante ein Schneebrett los, das drei der Skifahrer in den Tod riss.

Am selben Tag wurde in St. Gallenkirch im Montafon ein Liftangestellter von einer Lawine erfasst und rund 50 Meter mitgerissen. Der verletzte Mann wurde nach etwa einer halben Stunde aus den Schneemassen befreit. Einen Tag zuvor hatte ein Skilehrer ebenfalls in Lech ein Schneebrett losgetreten, von dem er verschüttet wurde. Der Mann, der unverletzt blieb, befreite sich selbst.

Heikel könnten die kommenden Tage werden. Ebner befürchtet eine erhöhte Lawinengefahr durch den vielen Neuschnee in den Bergen. Zudem steigen in den kommenden Tagen die Temperaturen. (APA)

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