Siedler protestieren mit Davidsternen gegen Abzug aus Gaza-Streifen

22. Dezember 2004, 21:37
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Aktivist vergleicht "Vertreibung" mit Shoah - Protestform stößt in Israel auf Ablehnung

Jerusalem - Aus Protest gegen den für kommendes Jahr geplanten israelischen Abzug aus dem Gaza-Streifen haben jüdische Siedler am Dienstag mit orangefarbenen Davidsternen auf der Brust protestiert. Mehrere Siedler sagten zur Begründung dieser neuen Protestform, damit sollten die Leute "aufgerüttelt" werden. Die neue "Vertreibung" von Juden durch die israelische Regierung komme einer Katastrophe (Shoah) gleich, sagte Moshe Freiman im öffentlichen Rundfunk.

"Meine Mutter darf nicht aus ihrem Grab vertrieben werden"

Die Regierung von Ministerpräsident Ariel Sharon werde aber nicht mit den Nazis verglichen. Die Judensterne seien deshalb auch nicht gelb wie zur Zeit des Nationalsozialismus, sondern orangefarben wie die Farbe des Widerstands gegen die geplante Räumung des Gaza-Streifens, betonte Freiman. Das Grab seiner Mutter, einer Überlebenden des Holocaust, befinde sich in der Siedlung Gush Katif im Gaza-Streifen und er selbst lebe dort seit 28 Jahren: "Meine Mutter darf vom israelischen Staat nicht aus ihrem Grab vertrieben werden." Die Initiative zu dem Protest sei von Überlebenden des Holocaust in Gush Katif ausgegangen.

Der Holocaust-Überlebende Noah Klinger nannte die Verwendung der Judensterne dagegen einen Fehler und eine "Schande" für die Opfer der deutschen Vernichtungslager. Auch die Parlamentsabgeordnete Sehava Galon von der linksgerichteten Yahad-Partei verwahrte sich gegen diese Art des Protests. Die Räumung des Gaza-Streifens bedeute nicht den Abtransport in die Gaskammern, betonte sie. (APA)

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    Jüdische Siedler im Gazastreifen tragen als Protest einen Davidstern

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