Grandi gewinnt auch in Flachau

21. Dezember 2004, 18:34
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Kanadier feiert zweiten RTL-Sieg in drei Tagen - Auf den Plätzen: Halbzeit-Leader Cuche und Bode Miller - Raich Vierter, Maier out

Flachau - Thomas Grandi hat am Dienstag in Flachau den Riesentorlauf-Doppelpack perfekt gemacht. Nachdem der Kanadier mehr als zehn Jahre lang auf seinen ersten Weltcup-Sieg warten hatte müssen, schlug der 31-Jährige nun innerhalb von nur 48 Stunden gleich zwei Mal zu. Zwei Tage nach dem Premierensieg in Alta Badia siegte der voller Selbstvertrauen nach Österreich gereiste Rossignol-Pilot vor dem Schweizer Halbzeit-Leader Didier Cuche (+ 0,15 Sekunden) und dem bereits deutlich zurückliegenden US-amerikanischen Gesamt-Weltcup-Führenden Bode Miller (1,10).

Benni Raich, Riesentorlauf-Sieger in Flachau im Jänner 1999 und im Jänner 2004, rettete vor 15.000 begeisterten Zuschauern bei Traumwetter die rot-weiß-rote Ehre, der Pitztaler wurde mit 1,15 Sekunden Rückstand Vierter. Gesamt-Weltcup-Sieger Hermann Maier, eines der Opfer der eisglatten, pickelharten Piste, muss weiterhin auf den ersten Sieg in seinem Heimatort warten. Der "Herminator" wurde nach schwerem Fehler im Finale nur 28..

Mit Ausnahme von Raich ließen Österreichs Riesentorläufer diesmal aus. Nur noch Rainer Schönfelder (18.) und Maier (28.) kamen ebenfalls in die Punktränge. Michael Walchhofer schied im zweiten Durchgang aus, der Rest - Hannes Reiter, Christoph Gruber, Dominik Gschwenter, Mario Matt, Stephan Görgl, Hannes Reichelt - hatte die Qualifikation für das Finale verpasst.

Während der Großteil der ÖSV-Asse mit dem Eis hart zu kämpfen hatte, zogen an der Spitze Grandi und Cuche eine tolle Show ab. "Das war das Sahnehäubchen, das Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk in einem", freute sich der Kanadier, der am 27. Dezember seinen 32. Geburtstag feiert.

Dabei hatte Grandi, der Hermann Maier das "Rote Trikot" des RTL-Weltcup-Leaders abnahm, eine alles andere als optimale Vorbereitung auf Flachau: "Nach dem Sieg in Alta Badia ist es drunter und drüber gegangen, das war wirklich nicht einfach." Seinen derzeitigen Erfolgsrun erklärt Grandi folgendermaßen: "Alles ist momentan perfekt - Material, Trainer und meine Leistungen. Da ergeben sich die Ergebnisse von selbst."

Ebenfalls mit den schwierigen Bedingungen bestens zu recht kam der Schweizer Cuche. "Ich danke den Veranstaltern für das Wasser in der Piste. Die Bedingungen waren sensationell, ein Traum hier Ski zu fahren. Nach 30 Läufern war keine einzige Spur auf der Strecke zu sehen", so der Schweizer, der in Alta Badia Dritter war. "Bei mir ist im Kopf der Knopf aufgegangen, ich bin jetzt wieder voll von mir selbst überzeugt."

Applaus spendete auch Miller. "Grandi und Cuche sind absolut Weltklasse gefahren, sie waren heute unerreichbar", erklärte der US-Amerikaner, der im Gesamt-Weltcup 352 Punkte vor Raich führt

Keine allzu große Freude hatte Benni Raich mit seinem vierten Rang. "Alles in allem ist das Ergebnis aber o.k., auch einen vierten Platz muss man nehmen", so der 26-Jährige, der jeweils im Mittelteil die entscheidenden Zehntelsekunden liegen ließ. Die tollen Fahrten von Grandi und Cuche nahm Raich, neuer Zweitplatzierter im Gesamt-Weltcup hinter Miller, aber neidlos zur Kenntnis: "Die zwei da vorne wären heute sowieso nicht zu packen gewesen." Raichs Kommentar zur Leistung von Grandi: "Grande!"(APA)

Ergebnisse RTL Flachau:

  • Endstand

  • Zweiter Durchgang: 1. Thomas Grandi (CAN) 1:07,82 2. Bode Miller (USA) +0,34 3. Gauthier de Tessieres (FRA) +0,39 4. Manfred Mölgg (ITA) +0,50 5. Didier Cuche (SUI) +0,58 6. Lucas Senoner (ITA) +0,59 7. Dane Spencer (USA) +0,64 8. Davide Simoncelli (ITA) +0,86 9. Benjamin Raich (AUT) +0,94 10. Ales Gorza (SLO) +1,02

  • Erster Durchgang: 1. Didier Cuche (SUI) 1:07,65 2. Thomas Grandi (CAN) +0,43 3. Benjamin Raich (AUT) +0,64 4. Daron Rahlves (USA) +0,91 5. Kalle Palander (FIN) +0,99 . Massimiliano Blardone (ITA) +0,99 7. Bode Miller (USA) +1,19 8. Davide Simoncelli (ITA) +1,27 9. Didier Defago (SUI) +1,28 10. Fredrik Nyberg (SWE) +1,48 ...11. Hermann Maier (AUT) +1,50

    nicht für den 2. Durchgang qualifiziert u.a.: 34. Hannes Reiter, 43. Christoph Gruber, 45. Dominik Gschwenter, 47. Mario Matt, 50. Stephan Görgl, 51. Hannes Reichelt (alle AUT), 36. Kjetil-Andre Aamodt (NOR), 46. Sami Uotila (FIN), 48. Ivica Kostelic (CRO), 49. Jean-Pierre Vidal (FRA)

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Thomas Grandi, Mann der Stunde.

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