Archäologen glauben Stätte von Jesu "erstem Wunder" entdeckt zu haben

28. Dezember 2004, 19:07
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Steinkrüge als Hochzeitsservice zu Kana? Archäologische Funde zwischen Glaube und Hypothesen

Cana/Israel - Zwischen den Wurzeln eines alten Olivenbaums haben Archäologen Teile von großen Steinkrügen gefunden - und damit möglicherweise den Ort der biblischen Ortschaft Kana. Die Forscher sind der Auffassung, dass es sich um die gleiche Art von Gefäßen handelt, die Jesus laut christlicher Mythologie bei der Hochzeit zu Kana für die Verwandlung von Wasser in Wein benutzt hat. Bibelwissenschafter sind sich der Sache allerdings nicht so sicher und verlangen weitere Grabungen.

"Alle Anzeichen der archäologischen Ausgrabungen legen den Schluss nahe, dass der Ort der Hochzeit das moderne Cana ist", sagt die israelische Archäologin Yardena Alexander. Das überwiegend arabisch besiedelte Cana liegt zwischen Nazareth und Capernaum, aber Bibelwissenschafter sind sich nicht sicher, ob es sich bei dem Ort wirklich um das biblische Kana und damit um den Ort des überlieferten ersten Wunders Jesu handelt.

Krüge gab es an verschiedenen Orten

Die Scherben stammen aus der römischen Zeit des 1. Jahrhunderts, als der historische Jesus in Galiläa unterwegs war. Allerdings haben amerikanische Archäologen einige Kilometer weiter nördlich bei Ausgrabungen ebenfalls solche Stücke von Steinkrügen gefunden. Der israelische Wissenschafter Shimon Gibson erklärt, dass solche Gefäße nicht selten gewesen seien und dass der Fund in Cana daher nicht eindeutig mit der biblischen Geschichte in Verbindung gebracht werden könne. Daher seien weitere Grabungen erforderlich. Auch der Jerusalemer Bibelwissenschafter Stephen Pfann spricht sich für weitere Forschungen an beiden Grabungsstätten aus.

Alexander stützt ihre Theorie auch auf die Entdeckung eines jüdischen Ritualbades an der Ausgrabungsstätte in Cana. Dies zeige, dass sich dort eine jüdische Gemeinde befunden haben müsse. Alexander unternimmt bereits seit 1999 Ausgrabungen in Cana. Sie stellt sich vor, dass Cana mit öffentlichen Investitionen zu einem neuen Anziehungspunkt für Touristen und Pilger werden könnte. "Wir bemühen uns intensiv, diese Stätte zu erhalten, weil wir es hier mit einem Dorf Jesu zu tun haben. Es war hier, wo er sein erstes Wunder vollzog."(APA/AP)

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