Verkehrstote: 2004 werden gesteckte Ziele verfehlt

21. Dezember 2004, 17:49
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KfV: Bis Jahresende 875 Tote prognostiziert - Um 120 mehr als im Verkehrssicherheitsprogramm angepeilt - Mit Grafik

Weiterhin gibt es in Österreich zu viele Verkehrstote: Heuer werden bis Jahresende 875 Todesfälle prognostiziert, das sind um 120 mehr als im zwei Jahre alten Verkehrssicherheitsprogramm angepeilt wurde. Diese Zahlen legte am Dienstag das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) in Wien vor, für kommendes Jahr wird erneut ein Anstieg der Getöteten befürchtet. Das KfV forderte die schnelle Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen wie dem Vormerksystem oder Licht am Tag, um diesem Trend entgegenzuwirken.

Konkret sollte laut dem im Jahr 2002 beschlossenen Verkehrssicherheitsprogramm die Zahl der Verkehrsunfälle im heurigen Jahr höchstens 39.958 betragen, die Anzahl der Toten sollte 755 nicht überschreiten. Beide Ziele wurden nicht erreicht, kritisierte das KfV. Für nächstes Jahr prognostizierten die Experten zudem eine weitere Steigerung: 2005 werde es ohne entsprechende Gegenschritte 850 Tote geben. Das langfristige Vorhaben, die Zahl der Verkehrstoten bis 2010 um die Hälfte zu reduzieren, sieht KfV-Direktor Othmar Thann dennoch nicht gefährdet: Dies hänge allerdings von der Einführung der entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen ab, erklärte er: "Uns ist wichtig, dass sie rasch kommen."

"Weihnachtspackerl"

Um diesen Prozess zu beschleunigen, schnürte das KfV ein "Weihnachtspackerl" mit gesammelten Forderungen an die Politik: Enthalten sind die Einführung des Vormerksystems, von Alko-Vortestgeräten, der Verpflichtung zu Licht am Tag und einheitliche Strafen und Kontrollen für Temposünder. Ebenfalls auf der Wunschliste des KfV befinden sich Maßnahmen zu mehr Schutzwegsicherheit, die Entschärfung von Unfallhäufungspunkten und die Winterreifenpflicht.

Junge Lenker als besonderen Risikofaktor

Als besonderen Risikofaktor nannte Thann junge Lenker zwischen 18 und 24 Jahren. Sie sind laut Statistik in mehr als jeden dritten Unfall verwickelt. Sie machen auch einen Großteil der alkoholisierten Lenker aus, die weiterhin ein großes Problem darstellen. Laut den Hochrechnungen gehen auf betrunkene Autofahrer gleich wie im Vorjahr rund sieben Prozent der Unfälle zurück. Die Zahl der dadurch Verletzten wird laut KfV heuer um 2,6 Prozent steigen.

Besonders gefährdet sind laut Kuratorium die ungeschützten Verkehrsteilnehmer: Der Anteil der getöteten Fußgänger wird im Vergleich zum Vorjahr um rund zehn Prozent steigen, ergibt die Hochrechnung bis zum Jahresende. Jeder vierte davon sei ein Kind. Laut Innenministerium gab es vom 1. Jänner bis zum 19. Dezember vorläufig 842 Verkehrstote, wobei die 30-Tages-Frist bis Ende Oktober berücksichtigt wurde. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres starben nach endgültigen Zahlen 900 Menschen. (APA)

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