Niederlage für ÖSV-Damen im Super G

27. Dezember 2004, 14:49
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Deutsche Hilde Gerg gewinnt, Landsfrau Maria Riesch bei Comeback auf Platz drei - US-Dame Kildow Zweite, Dorfmeister Vierte

St. Moritz - Österreichs Alpin-Damen haben ihre weiße Weste im Super G verloren. Beim dritten Saisonrennen am Dienstag in St. Moritz wurde Michaela Dorfmeister als beste ÖSV-Läuferin nur Vierte, nach den Siegen in Lake Louise (Dorfmeister) und Zauchensee (Alexandra Meissnitzer) blieben sie damit erstmals im Super G sogar ohne Podestplatz. Dafür trumpften die deutschen Mädchen groß auf. Hilde Gerg feierte vor Lindsey Kildow (USA) ihren 20. Weltcup-Sieg. Maria Riesch wurde beim Comeback nach Schulterbruch auf Anhieb Dritte.

Bei Champagnerwetter fanden die Damen einen Kurs mit extrem weiten Torabständen vor. Entgegen vieler Erwartungen also doch eher ein Fall für die Speed-Spezialistinnen, allerdings suchten und fanden gerade die Österreicherinnen eine zu harte Linie. Ganz anders Gerg, die sich ja spätestens seit ihrem Kreuzbandriss vor zwei Jahren auf die schnellen Bewerbe konzentriert.

Die 29-jährige Slalom-Olympiasiegerin von Nagano, die nach Schienbeinbruch und Knieverletzung schon einmal ernsthaft ihren Rücktritt überlegt hatte, ist nun die erste, die in dieser Saison in Abfahrt und Super G gewonnen hat und deshalb auch die Wertungen in beiden Disziplinen anführt. Anfang Dezember hatte Gerg vor Renate Götschl die zweite Abfahrt in Lake Louise für sich entschieden. "Eine Befreiung. Ich bin wieder da, wo ich vor meinen Verletzungen vor zwei Jahren war", freute sich Gerg.

Für Götschl klappte es in St. Moritz hingegen wieder nicht mit dem ersten Saisonsieg. Während Weltmeisterin Dorfmeister das Podest um nur zwei Hundertstel verpasste, musste sich die Steirerin mit Platz neun zufrieden geben, Meissnitzer wurde sogar nur 27. Ein herber Rückschlag für das "beste Super-G-Team im Weltcup."

Die Pauschal-Erklärung für diese Niederlage lieferte Damenchef Herbert Mandl. "Sie sind zu hart auf der Linie gefahren." Die Betroffenen sahen es individuell. "Ich habe es nicht ganz geschafft, ans Limit zu gehen", meinte etwa Dorfmeister, die ihr Rotes Super-G-Trikot an Gerg verlor. "Zwei Hundertstel tun weh, ich brauche die Punkte für die Kugel. Aber ein vierter Platz wäre bei einer WM weit tragischer." Meissnitzer rätselte ("Zu verhalten gefahren, aber ich bin so unkonstant, dass ich nicht überrascht bin"), Götschl geißelte sich selbst. "Ich bin wahrscheinlich zu blöd zum Fahren. Ich habe für diesen Schnee kein Rezept gefunden", so ihre Erklärung.

Gerg ist nun auch erste Verfolgerin des Führungstrios Poutiainen/Pärson/Kostelic, wird aber erst Mitte Jänner wieder in Cortina an den Start gehen. Poutiainen hatte den Super G wegen eines Hexenschusses zwar ausgelassen, Pärson (13.) und Kostelic (16.) machten aber nur wenig Boden gut. Für Österreichs Damen kann es am Mittwoch im Riesentorlauf nur bergauf gehen, denn im Gegensatz zum Super G haben Dorfmeister, Niki Hosp und Co in dieser Disziplin bisher noch nicht einmal einen Podestplatz geschafft. Für das beste Saisonergebnis sorgte Marlies Schild mit Platz vier in Aspen.(APA)

Super G - St. Moritz:

  • Endstand
    • Siegerin Hilde Gerg, mittig, Lindsey C. Kildow (links) und Maria Riesch.

      Siegerin Hilde Gerg, mittig, Lindsey C. Kildow (links) und Maria Riesch.

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