US-Arzneimittelbehörde warnt vor Schmerzmittel Naproxen

27. Dezember 2004, 11:26
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Schmerzmittel wird unter den Markennamen Aleve von Bayer und Naprosyn von Roche Palo Alto angeboten - auch Cox-Inhibitor unter Verdacht

San Francisco - Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat vor einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Einnahme größerer Mengen des Schmerzmittels Naproxen gewarnt. Patienten sollten Naproxen nicht länger als zehn Tage ohne ärztlichen Rat einnehmen, teilte die FDA am Montag mit. Außerdem sollten sie nicht mehr als zwei Mal täglich 220 Milligramm des gleichnamigen Wirkstoffs schlucken. Naproxen wird auch in Österreich unter anderem bei Rheuma, Arthritis, schmerzhaften Schwellungen und Entzündungen sowie sonstigen Schmerzen verschrieben.

Cox-Hemmer galt bisher als sicher

Bei dem Wirkstoff Naproxen, der in vielen Schmerzmitteln vorhanden ist, handelt es sich um einen relativ unspezifischen Hemmstoff des an Entzündungen und Schmerzen beteiligten Enzyms Cyclooxygenase (COX). Im Gegensatz zu den selektiven Hemmstoffen einer Variante des Enzyms (Cox-2) wie Rofecoxib ("Vioxx"; Merck, Sharp & Dohme/MSD) und Celecoxib ("Celebrex") sowie Valdecoxib (beide Pfizer), bei welchen es Befürchtungen wegen häufiger auftretenden Herz-Kreislauf-Zwischenfällen gibt, galten die unselektiven Cox-Hemmer bisher als in dieser Hinsicht sicher.

Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf- Krankheiten

Die US-Behörde beruft sich auf vorläufige Ergebnisse einer Studie zur Alzheimer-Krankheit. Es gebe Hinweise, dass Probanden, die Naproxen bekamen, ein leicht erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf- Krankheiten hätten. Interessant: Auch die Daten für neuerliche Warnung der FDA kommen offenbar aus einer Studie, die nicht das eigentliche Anwendungsgebiet der Cox-Inhibitoren - die Analgesie - betraf. MSD musste Rofecoxib wegen einer Studie zur Krebsverhütung vor kurzem weltweit vom Markt nehmen. Pfizer ist mit Celecoxib wegen einer ähnlichen Untersuchung in Bedrängnis gekommen. Der Schweizer Pharma-Konzern Novartis hat sein Registrierungsansuchen für ein ähnliches Medikament in der EU zurück gezogen. (APA)

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