Die Riesen des Waldmeisters

    18. Dezember 2004, 13:31
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    Attraktionen und Abenteuer im Dunkelsteinerwald

    Im Jahre 1880 brachte der damalige Waldmeister und spätere Abt des Stiftes Göttweig, Adalbert Dungel, in einem Waldstück bei Paudorf die Samen des amerikanischen Mammutbaumes in den Boden ein. Die Pflanzen - damals Wellingtonia gigantea, heute Sequoia gigantea genannt - gediehen so prächtig, dass man dem Forstmann bereits 1909 ein Denkmal setzte. Heute überragen die aus der Neuen Welt importieren Bäume deutlich die Fichten und Buchen in ihrer Umgebung, obgleich sie noch als sehr jung anzusehen sind. Ihre volle Höhe und vor allem den voll entwickelten Stamm, der in Amerika bis zu 30 Meter Umfang erreicht, dürften sie erst in etwa tausend Jahren erreichen, eine viel besuchte Attraktion sind sie aber schon jetzt im Dunkelsteinerwald.

    Wanderungen im östlichen Teil des ausgedehnten Forstes haben etwas Abenteuerliches an sich, weil die Markierungen arge Lücken aufweisen. Bis zu den Mammutbäumen ist der Weg bestens markiert und beschildert, dann aber muss man aufpassen, um nicht die richtige Route zu verfehlen. Schwierige Stellen gibt es jedoch nicht. Vom Waldrand oberhalb von Oberwölbling hat man eine traumhafte Aussicht über das Alpenvorland hinweg zum Schneeberg und zum Ötscher.

    Die Route: Von der Bahnhaltestelle Paudorf wandert man ein kurzes Stück nordwärts, schwenkt dann in den Bruckgraben ein und folgt den Wegweisern des Lehrpfades bis zur Adalbertrast, wo die Baumriesen stehen. Gehzeit eine Stunde. Auf der gelben Markierung wandert man weiter; wo die Route scharf nach rechts abbiegt, hält man sich geradeaus und gelangt zu einer grün markierten Forststraße, auf der man nach einer Senke den blau markierten Kremsersteig erreicht. Auf diesem geht's über das Schweindlkreuz nach Oberwölbling. Gehzeit ab Adalbertrast 1½ Stunden. Nun kehrt man bis nach dem Schweindlkreuz zurück und hält sich dann rechts an die gelbe Markierung. Diese führt durch den Ratheisergraben zur Bahnhaltestelle Meidling im Tal, von wo man mit dem Zug zum Ausgangspunkt zurück kehrt. Gehzeit ab Oberwölbling 2 Stunden. (Der Standard, Printausgabe 18./19.12.2004)

    Von Bernd Orfer

    Gesamtgehzeit 4½ Stunden, Höhenunterschied rund 350 m. Gasthäuser in Oberwölbling. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.00, Blatt 38 (Krems); Mostviertler Wanderschritte, Maßstab 1:40.000
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