Märchenhafter Leserekord

21. Dezember 2004, 10:16
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Schüler der Hans-Christian-Andersen-Schule verschlingen Bücher

Seit einem Dreivierteljahr ist man offiziell in die Fußstapfen des bekannten Märchenschreibers getreten: Denn seit April 2004 nennt sich die Volksschule in der Landsteinerstraße, Wien 16., Hans-Christian-Andersen-Schule.

Leseerziehung ist hier ein zentraler Bestandteil des Unterrichts. Besonders stolz ist Direktorin Michaela Weiß auf ein computergestütztes Lernprogramm zur Förderung der Lesekompetenz: In den dritten und vierten Klassen wählen die Kinder ihre Favoriten aus der Bücherkiste und beantworten am Computer verschiedenste Fragen zum Inhalt. "Sie können Punkte erringen, wodurch der Anreiz natürlich irrsinnig groß ist", sagt Weiß im Gespräch mit dem STANDARD. Zudem gebe dieses Verfahren den Lehrern die Möglichkeit zu sehen, "wie weit ist meine Klasse, wer liest nichts, wer schon".

Den Rekord hält momentan die neunjährige Demet mit 68 Büchern. Clemens aus der 3b hat in diesem Schuljahr bereits 44 Bücher gelesen. Und zwar sinnerfassend, wie Direktorin Weiß betont. Mittels Computerprogramm Antolin lasse sich das leicht nachvollziehen. Nächstes Jahr soll das Programm auf die ersten und zweiten Klassen ausgeweitet werden. Schon jetzt gilt aber auch in den niedrigen Schulstufen: Wer die Hans-Christian-Andersen-Schule besucht, für den ist Bibliothek kein Fremdwort. Rund 4500 Bücher stehen jungen Leseratten hier zur Verfügung.

Um die Schüler für Literatur zu begeistern, werden Künstler und Autoren eingeladen, die mit den Kindern Gruppenbücher schreiben oder Rollenspiele inszenieren. Auch Märchenprojekte sollen Lust machen, sich in die Geschichten hineinzuleben. Unverbindliche Übungen wie Kulturspaziergänge komplettieren das Angebot.

Highlight der Leseerziehung ist die jährlich kurz vor Schulschluss stattfindende Lesenacht: Nach einem gemeinsamen Abendessen werden den Kindern in Kleingruppen Grusel- und andere Geschichten vorgelesen. Gemeinsames Übernachten in der Schule ist Teil des Leseabenteuers.

(Karin Moser/DER STANDARD-Printausgabe, 21.12.04)

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