Frankreich: Im Irak entführte Journalisten wohlauf

21. Dezember 2004, 19:44
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Seit vier Monaten in Geiselhaft

Die beiden im Irak entführten französischen Journalisten sind nach Einschätzung der Regierung Frankreichs wohlauf. Georges Malbrunot von der Tageszeitung "Le Figaro" und Christian Chesnot von Radio France Internationale (RFI) waren vor vier Monaten in der Nähe der irakischen Stadt Najaf entführt worden.

"Wir sind überzeugt, dass sie am Leben und bei guter Gesundheit sind", sagte der französische Außenminister Michel Barnier am Montag dem Radiosender RTL. Die Regierung bleibe zuversichtlich, dass die Männer freigelassen würden. Der mit den beiden Journalisten entführte Fahrer Mohammed al-Jundi war im vergangenen Monat von der US-Armee in der Rebellenhochburg Falluja gefunden worden. Er sagte, die Geiselnehmer hätten ihn und die beiden Franzosen gut behandelt, bis er von ihnen getrennt und freigelassen worden sei.

Eine Journalistenorganisation forderte die Franzosen auf, ihre Landsleute nicht zu vergessen. Es dürfe sich kein betäubendes Schweigen über die Angelegenheit legen, erklärte die Organisation "Reporter ohne Grenzen". Sie verteilte Flugblätter und Postkarten an Kunden mehrerer Kaufhäuser in Paris und bat die Menschen, an die Kollegen zu denken. "Weihnachten und Neujahr in der Gewalt ihrer Entführer zu verbringen, ist sicherlich bitter für sie", hieß es darauf. Chesnots Arbeitgeber RFI will an Heiligabend und am ersten Weihnachtsfeiertag stündlich Botschaften zur Unterstützung der beiden Männer verlesen.

Die Entführung der beiden Franzosen am 20. August hat das Land schockiert, das sich vehement gegen den US-Einmarsch in den Irak gestellt hatte. Die Regierung mobilisierte eine breite Front aus hochrangigen arabischen und moslemischen Vertretern, die sich ohne Erfolg für eine Freilassung der Journalisten einsetzte. (APA/Reuters)

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