Zu Hause sind die Adler wie daheim

26. Dezember 2004, 13:39
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Österreich sucht am Bergisel noch eine halbe Mannschaft für die Springertournee

Innsbruck/Wien - 2000 hat mit Andreas Widhölzl letztmals ein Österreicher die Vierschanzentournee gewonnen. Für die 53. Tournee, die am 29. Dezember wenig überraschend in Oberstdorf beginnt, kommt der Topfavorit auch nicht aus dem Horst der ÖSV-Adler. Er heißt vielmehr Janne Ahonen. Freilich muss der Finne nicht immer gewinnen, wie sieben von acht möglichen Saisonsiegen zeigen.

Zumindest ein Tageserfolg, vielleicht gar zu Hause, wäre das Tourneeziel der Österreicher. Vielleicht gelingt's in Innsbruck, getan wurde dafür jedenfalls alles. Erstmals in der jüngeren Geschichte ist der Bakken am Bergisel nämlich schon vor Weihnachten fix und fertig präpariert.

Also trainieren die österreichischen Teams aus Welt- und Kontinentalcup heute und morgen auch auf der von Stararchitektin Zaha Hadid entworfenen Anlage. Nach den beiden am Wochenende von Ahonen gewonnenen Springen in Engelberg nominierte ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner vorerst Martin Höllwarth, Thomas Morgenstern, Andreas Widhölzl und Wolfgang Loitzl für die Tournee. Vier Plätze sind noch offen, in 20 bis 30 Sprüngen pro Mann und Nase kann sich noch jeder aufdrängen, Andreas Goldberger und Florian Liegl erfreuen sich dank Top-15-Plätzen im Weltcup eines kleinen Vorteils. "Das restliche Team werde ich am Donnerstag bekannt geben", sagt Pointner.

Die Trainingsmöglichkeit am Bergisel ist dem Engagement von Toni Innauer zu verdanken. Der Sportdirektor für Sprunglauf und Kombination zählt die Vorteile auf: "Erstens fallen die Reisestrapazen weg. Zweitens ist Innsbruck optimal, um das Material weiterzuentwickeln. Hier haben wir jede nötige Infrastruktur. Und schließlich ist der Bergisel natürlich eine Tourneeschanze."

Letzteres gibt den Kombinierern zwar wenig, aber auch sie freuen sich über die Möglichkeiten, die OK-Chef Alfons Schranz und seine Mannen geschaffen haben. Jetzt muss nur noch das Wetter halten. Durch beständigeren Kunstschnee aus dem Schmirntal und eine provisorische Spurabdeckung können die Risiken aber minimiert werden. (DER STANDARD, Printausgabe 21. Dezember 2004, APA, red)

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