Beamte verdienten 2003 am meisten

29. Dezember 2004, 09:50
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Durchschnittliches Jahressalär bei 25.830 Euro netto, bei Angestellten nur bei 17.440 Euro - Große geschlechtsspezifische Unterschiede bei Arbeitern und Angestellten

Wien - Die Beamten sind die Topverdiener unter den unselbstständigen Arbeitnehmern in Österreich. Mit einem mittleren Nettoeinkommen von 27.000 Euro waren männliche Beamte 2003 die Topverdiener unter den unselbstständigen Erwerbstätigen. Frauen im Staatsdienst (ohne Vertragsbedienstete) kamen auf 23.990 Euro Medianeinkommen. Damit kam im Jahr 2003 ein Staatsdiener im Durchschnitt auf ein Jahres-Nettoeinkommen von 25.830 Euro, der Durchschnitt über alle Gruppen hinweg lag bei 15.470 Euro.

Arbeiter bekamen weniger als Pensionisten

Bei Angestellten betrug das Jahreseinkommen rund 17.440 Euro, bei Arbeitern nur 12.360 Euro. Damit bekamen Arbeiter weniger als die Pensionisten, die 2003 durchschnittlich über ein Nettoeinkommen von 12.930 Euro verfügten. Das geht aus einer Erhebung der Statistik Austria in Zusammenarbeit mit dem Rechnungshof hervor, die am Montag veröffentlicht wurde.

Das Bruttoeinkommen der unselbstständig Erwerbstätigen ist 2003 gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 1,2 Prozent gestiegen, berichtete Rechnungshofpräsident Josef Moser.

Große geschlechtsspezifische Unterschiede

Nichts geändert hat sich am Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen. Große geschlechtsspezifische Unterschiede bestehen vor allem bei Arbeitern und Angestellten. Während etwa unselbstständig arbeitende Frauen im Mittel 7690 Euro brutto verdient haben, kamen Männer mit 15.400 Euro auf mehr als das Doppelte. Ähnlich bei den Angestellten: Hier spannt sich die Einkommensschere von 14.010 Euro brutto für Frauen auf 22.520 Euro für Männer. Bei Beamten ist die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen wesentlich schmäler als in anderen Berufsgruppen.

Insgesamt stieg das Einkommen der Männer deutlich mehr an: Unselbstständige Frauen hatten 2003 rund 1,08 Prozent Einkommenszuwachs, Männer ganze 1,71 Prozent. Rechnungshofpräsident Josef Moser führt diese Unterschiede auf den höheren Anteil an teilzeitbeschäftigten Frauen, sowie Kindererziehungs- und Karenzzeiten zurück. Die Einkommensunterschiede bleiben auch im Alter bestehen: Pensionierte Männer bezogen im Jahr 2003 eine Pension in Höhe von 15.431 Euro netto, Frauen in Rente mussten im Mittel mit 9311 Euro auskommen.

Relativiert werden diese Statistiken dadurch, dass in den herangezogenen Medianeinkommen auch Teilzeitbeschäftigungen integriert sind. Nimmt man nur die Vollzeitbeschäftigten her, verlieren die Beamten den ersten Platz als Bestverdiener an die männlichen Angestellten. Bei den Frauen sieht es für die ASVG-Versicherten aber selbst in diesem bereinigten Ranking trüb aus. Die öffentlich Bediensteten verdienen auch Vollzeit deutlich mehr. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.12.2004)

  • Unselbstständige Frauen hatten 2003 rund 1,08 Prozent Einkommenszuwachs, Männer ganze 1,71 Prozent.
    foto: photodisc

    Unselbstständige Frauen hatten 2003 rund 1,08 Prozent Einkommenszuwachs, Männer ganze 1,71 Prozent.

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