Armes, reiches Land am Kaspischen Meer

21. Dezember 2004, 13:12
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Bürger von Turkmenistan haben kaum etwas von Erdgaserlösen - Mit Infografik

Aschchabad/Wien - Minus 50 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt Turkmenistans halbierte sich in nur acht Jahren (von 1991 bis 1998). Seither geht es nur langsam wieder bergauf, erst 2003 gab es ein Wachstum von über 15 Prozent - vor allem wegen der wieder florierenden Gasexporte nach Russland, in die Ukraine und den Iran.

Allein: Bei der Bevölkerung des rohstoffreichen Landes (Turkmenistan besitzt die viertgrößten Erdgasreserven der Welt) kommen die Erlöse nicht an. Auch nicht im Budget des Staates. 50 Prozent aller Einnahmen fließen in einen Sonderfonds des Präsidenten Sapamurat Nijasow, der diese für "staatliche Investitionen" aufwenden soll.

Einen besonderen Effekt scheinen sie nicht zu haben. Die inoffizielle Arbeitslosenrate soll an die 50 Prozent betragen, zehntausende Lehrer und Ärzte wurden im Vorjahr entlassen. Nicht zuletzt deswegen ist das Gesundheitssystem der ehemaligen Sowjetrepublik marod.

Seit 1999 helfen Ärzte ohne Grenzen dort, die Infrastruktur zu verbessern: Sie rüsten Labors auf und schulen Personal. Heuer begann man zudem, die Versorgung von Kindern im Krankenhaus von Magdanly zu verbessern.

Außerdem ist Turkmenistan inzwischen eine wichtige Logistikdrehscheibe der Ärzte ohne Grenzen. Von dort aus liefern sie Medikamente in die gesamte zentralasiatische Region, nach Afghanistan und Pakistan. (DER STANDARD, Printausgabe, 21.12.2004)

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