Rechnungshof empfiehlt weniger Regierungsberater

22. Dezember 2004, 11:35
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Tätigkeitsbericht 2003: Vor Fremdvergabe immer Kosten-Nutzen-Überlegungen anstellen

Wien - Der Rechnungshof empfiehlt der Regierung, externe Berater nur dort zuzuziehen, "wo eine wesentliche Erhöhung der Qualität und der Erfolgswahrscheinlichkeit eines Projekts zu erwarten ist". Vor einer Auftragserteilung ist dann jedoch "stets die Notwendigkeit der Fremdleistung zu prüfen". Weiters heißt es im Tätigkeitsbericht für 2003: "Es sollten vorrangig die im eigenen bzw. im öffentlichen Bereich insgesamt vorhandenen Ressourcen genutzt werden." Und: für nicht im eigenen Bereich abdeckbare juristische Beratungsleistungen und die Vertretung vor Gerichten sollten vorrangig die Dienste der Finanzprokuratur bzw. des Verfassungsdienstes des Bundeskanzleramts in Anspruch genommen werden.

Bei der Prüfung der Heranziehung externer Berater durch den Rechnungshof kam Folgendes zu Tage: bei den Verträgen über Beratungsleistungen erfolgte in der überwiegenden Zahl der Fälle eine Entgeltvereinbarung auf Stunden- bzw. Tagsatzbasis. Bezogen auf die Jahr 2000 und 2001 errechnete der Rechnungshof durchschnittliche Entgelte für in Projektteams eingesetzte Berater von rund 1.220 Euro (zuzüglich Umsatzsteuer) je Beratertag. Die vereinbarten Tagsätze für Projektleiter lagen im Mittel bei rund 1.740 Euro.

"Beachtliche Kosten"

Fazit der Prüfinstanz: "Die vom Rechnungshof erhobenen Beraterhonorare belegen, dass externe Beratungsleistungen mit beachtlichen Kosten verbunden sind. Bei der Abwägung zwischen Eigenleistung und Fremdvergabe sollten daher jedenfalls entsprechende Kosten-Nutzen-Überlegungen angestellt werden, wobei die Höhe der Beraterhonorare einen wichtigen Anhaltspunkt darstellt."

Und weiter: "Die überprüften Stellen sollten grundsätzlich in der Lage sein, ihre Kernaufgaben selbst zu erfüllen. Die Zuziehung externer Experten wäre nur dann zweckmäßig, wenn die Abwicklung eines Projekts Spezialwissen oder im eigenen Bereich nicht zur Verfügung stehende besondere Techniken erfordert bzw. die Einbringung einer Außenperspektive die Qualität und Erfolgswahrscheinlichkeit eines Projekts wesentlich erhöht." (APA)

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    Rechnungshofpräsident Josef Moser präsentierte im Parlament in Wien seinen ersten Tätigkeitsbericht

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