UNO: Kämpfe treiben Zehntausende in die Flucht

21. Dezember 2004, 10:03
posten

Hilfstransporte seien zu gefährlich - UN-Koordinator: Humanitäre Katastrophe droht

New York - Die Kämpfe zwischen Regierungssoldaten und mutmaßlich von Ruanda unterstützten Rebellen im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben nach Angaben der Vereinten Nationen zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Aufklärungsflüge hätten gezeigt, dass die Dörfer zwischen Kanyabayonga und Lubero in der Provinz Nord-Kivu zu 80 Prozent entvölkert seien, erklärte die UNO-Organisation für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) am Sonntag in New York.

Anfang der Woche waren demnach bereits rund 30.000 Menschen vor den Kämpfen in Kanyabayonga geflohen. Einige Dörfer seien völlig verlassen. Viele Menschen seien in die Wälder geflüchtet.

Der UNO-Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland, sagte, die Massenflucht führe zu einer humanitären Katastrophe. Es sei zu gefährlich, Hilfe in die Region zu liefern. Nach Augenzeugenberichten würden Soldaten, die keinen eigenen Nachschub hätten, den Zivilisten Lebensmittel und anderen Besitz wegnehmen. Hilfsorganisationen hatten sich in den vergangenen Tagen wegen der Kämpfe aus der Region zurückgezogen. (APA)

Share if you care.