Schluss mit Papier

20. Dezember 2004, 15:51
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Jahreswechsel sind auch eine hervorragende Gelegenheit für einen Medienwechsel: Zettel- wirtschaft versus analoge Organizer

Jahreswechsel sind auch eine hervorragende Gelegenheit für einen Medienwechsel: Schluss mit der verlustbedrohten Zettelwirtschaft zur Organisation des Alltags. Nicht dass gegen Filofax, Time Manager, und wie sie alle heißen, etwas einzuwenden wäre: Sie waren hervorragende Vorläufer von Personal Digital Assistants, quasi analoge Organizer.

Aber unterm Strich verlieren sie den Vergleich mit digitale Organizern, ob es nun ein gutes Smartphone oder ein PDA ist: Ihre Daten können nicht gesichert werden, und ein liegen gelassener, verlorener oder gestohlener Filofax kostet viel Arbeit bei der Wiederherstellung. Das Adressbuch bietet keine Unterstützung bei automatischer Nummernwahl oder beim E-Mail schreiben und wird mit den Jahren unleserlich. Zusatzinformation zu Terminen kann nicht aus der Mail einfach per Copy & Paste übernommen werden, Suche nach alten Einträgen führt zu ewigem Blättern und den nächsten Anschluss für eine verpassten Zug können Sie auch nicht per Internet abfragen. Die Liste lässt sich fortführen.

Der Wechsel von analoger zu digitaler Alltagsorganisation braucht Planung. Zuerst das Grundverständnis: Natürlich kann man auf jedem Handy heute einen Termin oder eine Adresse (mühsam) eintragen. Aber damit kommt man nicht weit, wenn es um persönliche Organisation geht. Diese ist ein System, bei dem das mobile Gerät mit dem PC oder Mac, auf dem man arbeitet, zusammenspielen müssen, und sei es nur zur ständigen Sicherung der persönlichen Daten, um sich einen Nervenzusammenbruch bei einem PDA-Crash zu ersparen.

Wichtiger als die selbstverständliche Datensicherung (die durch die Synchronisierung von PDA/ Smartphone und PC/Mac automatisch passiert) ist jedoch: Ein Großteil der Termine, Adressen und Informationen, die sich auf einem Organizer sammeln, entstehen de facto bei der Arbeit oder daheim auf dem PC; nur der kleinere Teil wird unterwegs eingetragen. Darum ist es unerlässlich, dass diese Systeme buchstäblich auf Knopfdruck zusammenspielen.

Welches Gerät ist optimal? Das Angebot guter Geräte ist groß; unter dem reichen Angebot auszuwählen kostet Zeit; möglich, dass man das optimale persönliche System/Gerät erst auf zweiten Anlauf findet.

Lösung eins: Ein klassischer PDA ohne eigenen Mobilfunkteil; PalmOne ist beim Preis ab 109 Euro unschlagbar (gibt es natürlich auch teurer und aufwändiger), PocketPCs verschiedener Hersteller (Dell, HP Compaq, Fuitsu Siemens) fangen bei rund 200 Euro an.

Lösung zwei: ein Smartphone als Organizer, bei dem E-Mail und Internet integriert sind - selbst wenn man weiterhin ein separates Handy zum Telefonieren verwendet.

Die engere Auswahl: Nokias Communicator 9500, der sich vor allem durch seine relativ große Tastatur denen anbietet, die unterwegs auch längere Notizen oder Mails schreiben wollen. Das Sony Ericsson 910i, der Blackberry 7230 und der PalmOne Treo 600 haben eine komplette Daumentastatur, was zwar gewöhnungsbedürftig, aber für Texteingaben sinnvoller als Handys mit reinem Ziffernblock ist. Preise: rund 700 Euro ohne Subvention durch den Betreiber. (Helmus Spudich, DER STANDARD, Printausgabe vom 18./19.12.2004)

Detaillierte Informationen und Ansichtssachen - im Channel derStandard.at/Web in den Ressorts PDA und telecom
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