Österreichisches Innenministerium dementiert Anschlagspläne gegen Sohn von Kim Jong Il

20. Dezember 2004, 18:58
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Personenschutz für Kim Jong Nam in Wien war "Routinemaßnahme"

Wien - Der älteste Sohn des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il, Kim Jong Nam, soll nicht von einem Anschlag bedroht gewesen sein. Das sagte Oberstleutnant Rudolf Gollia, der Sprecher des Innenministeriums, am Sonntag der APA. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap hatte zuvor unter Berufung auf Regierungskreise in Südkorea berichtet, dass es Pläne gegeben haben soll, den 33-Jährigen während einer Europareise zu ermorden. Der "österreichische Geheimdienst" habe dieses Vorhaben allerdings aufgedeckt und Kim Personenschutz gewährt.

Gollia konnte Hinweise auf Attentatspläne oder Anschlagswarnungen nicht bestätigen. Kim Jong Nam habe zwar Wien vor rund 14 Tagen tatsächlich einen zweitägigen Privatbesuch abgestattet. Während dieser Zeit habe ihm das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung auch Personenschutz gewährt. Dabei habe es sich allerdings um eine "Routinemaßnahme" gehandelt, die nichts mit konkreten Anschlagsplänen zu tun gehabt habe.

Die von Yonhap angegebene Quelle aus Seoul hatte das Attentatsvorhaben in Verbindung mit dem Umkreis von Kim Jong Nams jüngeren Halbbrüdern Kim Jong Chol und Kim Jong Un und dem Kampf um die Nachfolge von Kim Jong Il gebracht. Während der älteste Bruder laut Yonhap einer unehelichen Verbindung von Kim Jong Il mit der Schauspielerin Sung Hae Rim entstammen soll, seien die beiden Jüngeren die Kinder der angeblichen offiziellen Ehefrau des Machthabers, Ko Yong Hi, die heuer verstorben sein soll.

Kim Jong Nam soll laut Yonhap früher als wahrscheinlicher Nachfolger seiner Vaters an der Spitze Nordkoreas gegolten haben. Seit einer versuchten Einreise nach Japan mit einem gefälschten Reisepass im Jahr 2001 soll allerdings die Unterstützung für ihn innerhalb der Führung des Regimes in Pjöngjang gesunken sein. Kim Jong Nam hatte den japanischen Behörden damals erzählt, das Disneyland in Tokio aufsuchen zu wollen, berichtete Yonhap. (APA)

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