Cracker legte Internetseiten der Schweizer Bundesverwaltung lahm

30. Dezember 2004, 10:28
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Rund 17 Webauftritte mit Anti-Kriegsparolen versehen

Ein Cracker hat rund 17 Webauftritte der Schweizer Regierung manipuliert. Der Unbekannte schaltete Anti-Kriegsparolen auf die Seiten, wie Claudio Frigerio, Sprecher des Bundesamtes für Informatik und Telekommunikation, einen Bericht der "NZZ am Sonntag" bestätigte.

Eingeständnis

"Wir haben am Freitagmorgen eine unberechtigte Veränderung auf der Webseite swisspolice.ch festgestellt", sagte Frigerio. Da zunächst nicht klar gewesen sei, wie viele Webauftritte betroffen seien, sei der betroffene Webserver abgeschaltet worden. Dies hatte zur Folge, dass auf rund 100 Webauftritte nicht mehr zugegriffen werden konnte. Effektiv wurden 17 Auftritte verändert. Bis zum Freitagnachmittag konnte der größte Teil wieder aufgeschaltet werden. Auch am Sonntag noch außer Betrieb war die Fahndungsplattform.

Einbruch

Der Cracker mit dem Pseudonym "Dark-Underground" sei relativ unsystematisch vorgegangen. So habe er unter anderem den französischsprachigen Auftritt des Finanzministeriums, die Auftritte der Alkoholverwaltung, des Bundesamtes für Sozialversicherung, des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie und des Bundesamtes für Straßen verändert. Es seien aber keine Daten gelöscht worden.

Schwierigkeiten

Bei "Dark-Underground" handle es sich um einen relativ intensiv tätigen Cracker. So sei er bereits im Ausland tätig gewesen. Nach dem Angriff habe er auch in Frankreich den Auftritt im Bereich Erziehungswesen manipuliert. Den Täter mit Namen und Adresse zu eruieren sei sehr schwierig, da dieser seine Identität gut verberge, sagte Frigerio. Die Ermittlungen stünden in keinem vernünftigen Verhältnis zum Aufwand, schließlich habe er keine Daten verändert. (APA)

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