Ariane-5-Rakete setzt Spionagesatellit im All aus

23. Dezember 2004, 11:01
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Frankreichs Armee verspricht sich neue Qualität und Unabhängigkeit bei Beobachtung der Erde

Kourou - Die europäische Trägerrakete Ariane 5 hat am Samstag erfolgreich einen zwei Milliarden Euro teuren Spionagesatelliten der französischen Armee ins Weltall gebracht. Gut eine Stunde nach dem Start vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana setzte die Ariane den 4,2 Tonnen schweren Satelliten "Helios II-A2" aus, von dem sich die französische Armee Spionageaufnahmen in bisher nicht gekannter Qualität erhofft. Neben "Helios" wurden noch sechs kleinere Forschungssatelliten ausgesetzt.

Unabhängigkeit

Die französische Armee will "Helios II-A2" ab seiner Inbetriebnahme im März wie ein riesiges Fernglas zur Beobachtung der Erde einsetzen. So soll er etwa dabei helfen, die Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern. Der Satellit soll mindestens fünf Jahre im Einsatz sein; neben Frankreich, das ihn zu 95 Prozent finanzierte, sind auch die Armeen Spaniens und Belgiens an dem Projekt beteiligt.

Frankreich verspricht sich von "Helios" größere Unabhängigkeit bei nachrichtendienstlichen Erkenntnissen. "Ohne Weltraumsysteme kann man keine militärische Überlegenheit bei Geheimdiensterkenntnissen erlangen", sagte der zuständige Admiral Benoit Montanie. "Heute und mehr noch morgen ist die Unabhängigkeit in der Raumfahrt eines der Fundamente der nationalen Unabhängigkeit." (APA/AFP)

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